In der jüngsten Affäre um die gesponserte Silberhochzeit des früheren Bundeslandwirtschaftsministers Karl-Heinz Funke (SPD) rücken die Parteifreunde jetzt von dem 63-Jährigen ab. „Ich kann sein Verhalten nur schärfstens missbilligen und kritisieren“, sagt Olaf Lies, Vorsitzender der SPD im Kreis Friesland und Vizechef der Landespartei. Er legt Funke indirekt nah, seine kommunalpolitischen Ämter im Kreis Friesland aufzugeben.
Am Wochenende war bekannt geworden, dass Funke für seine Silberhochzeit vor zwei Jahren einen 8000-Euro-Zuschuss vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) erhalten hatte. Funke selbst war seit seinem Ausscheiden aus der Bundesregierung 2001 Vorsteher des OOWV, eines öffentlich-rechtlichen Verbandes, der 900.000 Menschen mit Wasser versorgt und dafür Gebühren der Verbraucher kassiert. Nach einer Krisensitzung am Sonnabend legte der Sozialdemokrat sein Amt bei dem Verband nieder. Funke ist aber noch SPD-Ratsherr in Varel und hat im Kreis Friesland eine repräsentative Funktion – als Kreistagsvorsitzender leitet er die Kreistagssitzungen. „Er sollte überlegen, ob sich seine politische Arbeit mit diesen Vorgängen noch verträgt“, sagt Lies. Frieslands Landrat Sven Ambrosy (SPD) erklärt: „Funke ist aufgerufen, sich jetzt Gedanken über seine politische Zukunft im Landkreis zu machen.“
Funke, der auch gestern nicht erreichbar war, hatte sich intern gerechtfertigt. Es gebe eine Abmachung, die einen OOWV-Zuschuss für private Feiern gestatte. Allerdings fehlt zu einer solchen Regelung offenbar ein formeller Vorstandsbeschluss. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass der Zuschuss für Funkes Silberhochzeit in drei Teilbeträge gestückelt worden war. Dies könnte zu dem Zweck geschehen sein, die Zahlung des Verbandes zu vertuschen. In Varel kursieren außerdem Gerüchte über mögliche weitere Vergünstigungen des OOWV. „Diese Vorgänge schaden uns enorm“, betont ein SPD-Funktionär. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg soll Vorermittlungen gegen die Spitzen des OOWV wegen Veruntreuung aufgenommen haben.

Kommentare
Bild HAZ.de – 23.12.09
Vielen Dank für den Hinweis!Wink an´s Finanzamt ego – 23.12.09
Hoffentlich hat Herr Funke den Vorgang auch in seiner Einkommensteuererklärung ordnungsgemäß angegeben. Sonst droht noch ein Steuerstrafverfahren.Wer weiß, wieviel er in den letzten Jahren sonst noch so nebenbei einkassiert hat. Wenn er schon zwei Jahre und öffentlichen Druck braucht, diesen Fehler einzugestehen, wird er sicher noch mehr heiße Eisen im Feuer haben.
SPD-Mann 25 Jahre mit der selben Frau? Maria – 23.12.09
Als SPD-Politiker 25 Jahre mit einer Frau verheiratet zu sein ist doch etwas ganz außergewöhnliches!Das sollte uns allen einen kleinen Zuschuss zur Feier wert sein. Von gutbezahlten Nebenerwerbspolitikern kann man doch nicht verlangen, dass sie für ihre eigenen Feiern auch noch zahlen sollen.
Gibt´s nicht noch eine Verdienstmedaille für langjährige Tätigkeit zum Wohle der eigenen Person?
Lumpen in der SPD Opa Harry – 23.12.09
Funke steht für diese Partei, da lässt sich nicht drum herumreden.Auch andere führende Köpfe dieser Partei fallen durch Eskapaden auf, Schröder managt plötzlich eine Pipeline, Glogowski taucht gerne ab auf Kosten von TUI usw.
Dem Wähler werden Schweinereien wie Agenda 2010 usw. zugemutet. Pfui Teufel, weg mit dieser Partei. Alles Lumpen.
Wer ist dieser Mann? Kurt – 23.12.09
Warum veröffentlichen Sie nich ein Foto vom Weihnachtsmann. Das passt zwar nicht zum Artikel, aber zur Jahreszeit.Tolle Leistung liebe HAZ!
HAZ Qualität Ein ehemaliger Leser – 23.12.09
Das zieht sich wie ein roter Faden durch die Berichterstattung der HAZ.Falsche Fotos, schlecht recherchierte Artikel und mehr!
Falsches Foto ego – 23.12.09
Liebe HAZ-Redaktion,mit dem Foto haben Sie sich wohl vergriffen. Ich kenne diese Person nicht. Es handelt sich jedenfalls nicht um Karl-Heinz Funke.
Gruß
ego