Der Endlager-Experte des Ministeriums, Joachim Bluth, betonte, „nicht nur über der betreffenden Kammer, sondern in der ganzen 750-Meter-Sohle knistert und knirscht das Gebirge“. Angesichts dessen sei der Erfolg von Stabilisierungsmaßnahmen sehr unsicher. Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Sylvia Kotting-Uhl, fordert deshalb einen Untersuchungsausschuss.
Der neue Betreiber der Anlage, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), hatte vergangene Woche bekanntgegeben, dass sich in einer der unterirdischen Kammern Teile von der Decke lösen und auf die dort lagernden 6000 Fässer mit Atommüll stürzen könnten. Trotzdem hofft das BfS, dass sich die ehemalige Salzgrube mit Beton so weit festigen lässt, dass zumindest ein Teil des Atommülls wieder herausgeholt werden kann.
Bluth sagte, die Idee, Spalten in den Decken mit Beton zu füllen, würde nur langfristig wirken. Eine Entlastung des Gebirges sei „frühestens in acht bis zehn Jahren messbar“.
„Die Asse ist ein marodes Salzbergwerk, in das niemals radioaktive Abfälle hätten eingelagert werden dürfen“, sagte BfS-Sprecher Florian Emrich. Umso wichtiger sei es, mögliche Alternativen wie die Stabilisierung oder Rückholung von Abfällen zu prüfen, damit die Asse sicher stillgelegt werden kann. „Seriöse Angaben lassen sich nur anhand wissenschaftlicher Untersuchungen machen, die bereits laufen.“ Seit dem Betreiberwechsel vor zwei Wochen habe sich keine neue Sicherheitslage ergeben. Die Verfüllung von Spalten mit Beton sei von Experten bereits positiv bewertet worden.
Kotting-Uhl verlangte eine vollständige Aufklärung darüber, mit welcher Sorgfalt der ehemalige Betreiber die Standsicherheit der Asse überwachte und welche Informationen die Bundesregierung über den Zustand des maroden Bergwerks hatte. „Das heißt, wir brauchen endlich einen Untersuchungsausschuss“, sagte die Bundestagsabgeordnete. Sie fügte hinzu: „Auf der 750-Meter-Sohle knirscht es nicht erst seit gestern.“
ddp
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