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Niedersachsen Scharfe Kritik am Bundes-Abitur
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23:58 29.02.2012
Von Saskia Döhner
Immer mehr Kritik an zentralem Bundes-Abitur. Quelle: dpa (Symbolbild)
Hannover

Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) hatte angekündigt, dass Abiturienten in Niedersachsen ab 2014 in Deutsch, Englisch und Mathematik dieselben Prüfungsaufgaben bewältigen müssen wie Abiturienten in Bayern, Sachsen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Erste Klausuren sollen im Herbst 2013 geschrieben werden, bereits in diesem April sollen gemeinsame Musteraufgaben veröffentlicht werden. Althusmann erhofft sich davon eine bessere Vergleichbarkeit beim Abitur.

Es sei ein Irrtum, dass eine stärkere Zentralisierung der Aufgaben zu einer besseren Vergleichbarkeit der Ergebnisse führe, sagte GEW-Gymnasialexperte Henning Sauerland am Montag. So würde den Lehrern nur die Freiheit der Unterrichtsgestaltung genommen, bemängelte GEW-Landeschef Eberhard Brandt. Er sprach von „DDR-Pädagogik“, wenn länderübergreifend beispielsweise in Deutsch an einem Tag ein bestimmtes Thema behandelt werden müsste. Der Vorsitzende des Landeselternrates, Pascal Zimmer, kritisierte, dass Althusmann wieder einmal den letzten Schritt vor dem ersten tue. Bevor man länderübergreifende Prüfungen schreibe, müssten die Rahmenbedingungen zuerst angeglichen werden. Ähnlich äußerte sich auch Frauke Heiligenstadt (SPD). Die Abiturienten würden erneut zu Versuchskaninchen gemacht, weil der Minister im letzten Jahr seiner Amtszeit noch ein Vorzeigeprojekt brauche.

Ina Korter (Grüne) sagte: „Zentralismus allein löst weder Gerechtigkeits- noch Qualitätsprobleme.“ Christa Reichtwaldt (Linke) rügte, schon das Zentralabitur in Niedersachen – also dieselben Aufgaben für alle Gymnasien im Land  – sei ein Schritt in die falsche Richtung gewesen. Der Philologenverband erklärte, grundsätzlich befürworte man alles, was zu mehr Vergleichbarkeit führe. Wichtig sei aber, dass die Bedingungen stimmten. Dazu gehörten vor allem kleinere Klassen, gerade im 10. Jahrgang.

Die FDP und ihre Jugendorganisation, die Jungen Liberalen, nannten die Kritik am Bundes-Abitur rückwärtsgewandt.

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