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Schulleiter lehnen „Oberschule“ ab

Neue Schulform Schulleiter lehnen „Oberschule“ ab

Gegen neue Schulform: Die niedersächsischen Schulleiter haben sich gegen die Einführung einer „Oberschule“ ausgesprochen. Aus Koalitionskreisen war am Wochenende bekannt geworden, dass die schwarz-gelbe Landesregierung die Haupt- und die Realschule zu einer neuen Schule zusammenlegen wolle - einer „Oberschule“.

Die niedersächsischen Schulleiter haben sich gegen die Einführung einer neuen Schulform als Konsequenz aus den zurückgehenden Schülerzahlen ausgesprochen. „Warum etwas Neues einführen, wenn man mit dem Bestehenden arbeiten kann“, sagte Thorsten Frenzel-Früh, der Vorsitzende des Schulleitungsverbands Niedersachsen, am Montag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Am Dienstag will Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) bei einem Bildungsgipfel in Hannover sein Konzept für die Zukunft der Schulstrukturen in Niedersachsen vorstellen. Nach Medienberichten könnte alles auf eine mittelfristige Zusammenlegung von Haupt- und Realschule hinauslaufen, die neue Schule könnte „Oberschule“ genannt werden.

Schulleiter Frenzel-Früh sagte dazu, die Verschmelzung von Real- und Hauptschulen zu einer Gesamtschule sei jetzt schon möglich. Für eine neue Schulform müsse der Verwaltungsapparat aber wieder neu organisiert werden. „Lieber sollte man die Ressourcen in das bestehende System investieren“, sagte der Schulleiter weiter.

Wo es von den Kommunen gewünscht wird, sollten Gesamtschulen eingeführt werden, sagte Frenzel-Früh. Weil die Schülerzahlen in den nächsten Jahren rapide sinken, könne für viele Schüler kein Gymnasium in der Nähe mehr angeboten werden. Dies werde zur sozialen Frage führen, welche Eltern sich lange Fahrwege von 20 oder 25 Kilometern zum nächsten Gymnasium leisten können, sagte Frenzel-Früh.

Er fordert deshalb, in den Gesamtschulen weiter die Option für eine Abiturprüfungen erst nach 9 Jahren anzubieten. Dann könnten Eltern zwischen dem achtjährigen Gymnasium und der Gesamtschule mit kürzeren Fahrwegen entscheiden. „Schüler lernen unterschiedlich, deshalb muss man ihnen den Zeitrahmen zugestehen, den sie brauchen“, sagte der Vorsitzende des Schulleitungsverbandes.

Außerdem plädierte Frenzel-Früh dafür, kleine Grund- und Hauptschulen zu größeren Einheiten zu verschmelzen. „Es ist richtig, kleine Einheiten pädagogisch unter einem Dach zu verweben“, sagte er. Vom Bildungsgipfel erhofft sich der Schulleiter, dass die neu gefundenen Strukturen zehn bis 15 Jahre Bestand haben. „Wenn Politiker die Bildungspolitik als ihr wichtigstes Arbeitsfeld definieren, über das sie immer streiten wollen, geht das an den Bedürfnissen der Schüler ein Stück weit vorbei“, sagte Frenzel-Früh.

dpa

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