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Schulleitungsverband fordert "A 14 für alle"

Vakante Rektorenposten Schulleitungsverband fordert "A 14 für alle"

In der Region Hannover sind zahlreiche Rektorenstellen an Grundschulen vakant. Der Schulleitungsverband fordert deshalb, dass kein Rektor unter A 14 verdienen sollte. „Wir wünschen uns, dass unsere Arbeit endlich wertgeschätzt wird“, sagt Verbandschef Frank Stöber.

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Nicht gerade begehrt: Schulleiterposten an Grundschulen.

Quelle: dpa

Hannover. Die Arbeitsfülle, immer neue Verordnungen des Kultusministeriums und viel Bürokratie - das macht nach Aussage von Frank Stöber, dem Vorsitzenden des Schulleitungsverbandes Niedersachsen, den Job des Rektors nicht gerade attraktiv. Kein Wunder, dass derzeit 16 vakante Grundschulleiterstellen ein zweites Mal ausgeschrieben werden mussten, weil es zunächst keine oder nur nicht qualifizierte Bewerber gab. Im Vormonat waren es sogar 38. Auch viele Konrektorenstellen bleiben unbesetzt, weil sich keine Interessenten finden.

Wenn eine Leitungsstelle nur kommisarisch besetzt werden kann, spart das Land sogar: Denn kommissarische Schulleiter, also Rektoren auf Zeit, bekommen zwar die Anrechungsstunden, das heißt, sie müssen weniger unterrichten, nicht aber die entsprechende Vergütung eines Rektors. „Das ist die Billiglösung“, sagt Andrea Kunkel, stellvertretende Vorsitzende des Schulleitungsverbandes und Expertin für Grundschulen.

„Die Verhältnismäßigkeit ist nicht gewahrt, wenn ein Schulleiter, der ein Budget verwaltet, sich um 20 Lehrer und 200 Kinder kümmert, jede Menge Konzepte entwicklen und auch noch 17 Stunden in der Woche unterrichten muss, das Gleiche verdient wie ein Gymnasiallehrer, der nur seine Klasse betreut, 23,5 Stunden unterrichtet sowie vor- und nachbereitet“, sagt Stöber, selbst Schulleiter an der Integrierten Gesamtschule Uetze (Region Hannover). Die immer neuen Anforderungen könnten die Schulleiter nicht zum Nulltarif leisten, die Belastung habe gesundheitliche Auswirkungen, dies belege eine wissenschaftliche Studie der Universität Lüneburg aus dem vergangenen Jahr. Besonders bedenklich: Viele Schulleiter gingen aus falsch verstandenem Pflichtgefühl auch krank zur Arbeit. Stöber fordert mehr Unterstützung durch die Landesschulbehörde. Drei von vier Schulleitern hätten bei einer Befragung angegeben, dass sie sich von den Dezernenten der Schulbehörde nicht genügend unterstützt fühlten. „Wir wünschen uns, dass unsere Arbeit endlich wertgeschätzt wird“, sagt Stöber, „wir sind keine Lehrer mit Leitungszeit oder Lehrer mit Anrechnungsstunden.“

Seit Jahren fordert der Schulleitungsverband, dass kein Rektor unter A 14 (Grundgehalt je nach Alter und Familienstand zwischen 3700 und 5300 Euro monatlich) verdienen sollte, zudem sollte keiner mehr als zehn Stunden unterrichten müssen, um noch genug Zeit für Leitungsaufgaben zu haben. Zudem sollte es an jeder Schule einen stellvertretenden Schulleiter geben, der mindestens A 13 (zwischen 3500 und 4800 Euro monatlich) bekomme.

Es müsse endlich eine eigene Personalvertretung für Schulleiter geben. Für die Abwicklung des Budgets, die Führung der Schulgirokonten, die Haushaltsüberwachungslisten, aber auch für Fragen des Tarif- und Dienstrechtes sowie des Arbeitsschutzes sollten entsprechende Verwaltungsassitenten eingestellt werden. Zudem bräuchten alle Schulen Sekretariate und Hausmeisterbüros, die täglich besetzt seien.

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