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„Zu wenig Zeit und Personal für Inklusion“

Schulleitungsverband sieht viele Baustellen „Zu wenig Zeit und Personal für Inklusion“

Wenn die Schulen nicht genügend Zeit und Personal für den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung bekommen, dann könnte das Projekt Inklusion scheitern. Davor hat die Vorsitzende des Schulleitungsverbandes, Brigitte Naber, gewarnt.

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Die Vorsitzende des Schulleitungsverbandes Brigitte Naber sprach in Celle vor 500 Schulleitern.

Quelle: Holger Hollemann

Celle. „Inklusion ist nicht nur Sache der Schulen, es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, sagte sie am Mittwoch bei der diesjährigen Herbsttagung in Celle vor rund 500 Schulleitern.

Seit einem Jahr können Eltern ihre behinderten Kinder auch auf Regelschulen schicken. Laut Kultusministerium macht dies etwa ein Drittel der Eltern. Bei der Umsetzung des gemeinsamen Unterrichts gebe es noch viele Baustellen, sagte Naber. Die Klassen seien zu groß, für die Leiter von aufgelösten Förderschulen gebe es keine Zukunftsperspektiven, für die Einbindung der Integrationshelfer, die von der Kommune bezahlt werden, gebe es keine klaren Vorgaben. Viele Kinder, vor allem wenn sie ausländische Wurzeln haben oder aus armen Familien stammen, hätten einen Förderbedarf, der bislang gar nicht erkannt worden sei, bemängelten mehrere Rektoren am Rande der Tagung.

Ein Hauptproblem sind die fehlenden Förderschullehrer. Das Land will deshalb in den nächsten Jahren weitere 250 Bachelor- und Masterstudienplätze für Sonderpädagogik schaffen. Kultusminister Frauke Heiligenstadt (SPD) verwies in ihrer Rede darauf, dass das Land schon viel Geld in den Ausbau der Inklusion gesteckt habe. In diesem Schuljahr seien dafür 300 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen worden. In den nächsten vier Jahren stecke die Regierung in den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Handicaps rund 866 Millionen Euro. Der Fortbildungsetat für diesen Bereich sei erhöht worden, 1700 Pädagogen und 2000 Schulleiter seien bereits geschult worden. Es sollen künftig auch vermehrt schulinterne Fortbildungen angeboten werden.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) forderte zudem „eine fundierte Nachqualifizierung für Lehrkräfte an Regelschulen“. „Da reicht es sicher nicht, dass an der Universität Oldenburg 20 Studienplätze für ein berufsbegleitendes Ergänzungsstudium als Wochenendkurs bereitgestellt und in Hamburg sechs niedersächsischen Lehrkräften Masterstudiengänge angeboten werden“, sagte Franz-Josef Meyer. Die Schulleitungsverbandsvorsitzende Naber hatte Entlastung für Schulleiter gefordert. Als Heiligenstadt darauf hinwies, dass Rektoren kleiner Ganztagsschulen jetzt eine Stunde weniger unterrichten müssten, erntete sie dafür ein Grummeln im Publikum. Als sie die Abschaffung der Laufbahnempfehlung ankündigte, um den Druck aus den Grundschulen zu nehmen, gab es Applaus.     

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