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Bürgerwehr gegen Flüchtlinge sorgt für Unruhe

Schwanewede Bürgerwehr gegen Flüchtlinge sorgt für Unruhe

Eine im Internet organisierte „Bürger-Patrouille“ sorgt in Schwanewede (Kreis Osterholz) für Unruhe. Seit einigen Tagen treffen sich dort Menschen, um abends in einem Wohngebiet in der Nähe der Flüchtlingsunterkunft Streife zu gehen. Auch bekannte Neonazis aus Bremen sollen darunter sein.

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In der früheren Lützow-Kaserne in Schwanewede sind rund 1000 Flüchtlinge untergebracht. 

Quelle: dpa

Schwandewede. Organisiert wird die Patrouille in einer Facebook-Gruppe, in der sich Schwaneweder verabreden, um „Klartext“ zu reden. Die „ungehinderte und nahezu ungebremste Zuwanderung“ nehme kein Ende, heißt es dort. In der früheren Lützow-Kaserne sind rund 1200 Flüchtlinge untergebracht. Beim Bürgermeister der 20 000-Einwohner-Stadt sorgt die Facebook-Gruppe für Unverständnis. „Die betreiben Dinge, die die Bevölkerung beunruhigen sollen“, sagt Bürgermeister Harald Steenken (SPD) der HAZ. "Da werden Sachen behauptet, die einfach nicht stimmen."

Fabian Jellonnek von der Bremer Beratungsstelle „Pro aktiv gegen Rechts“ hat bei den Teilnehmern der Bürgerwehr bekannte Neonazis ausgemacht. "Es gibt personelle Überschneidungen mit Gruppen, die in Bremen gegen Flüchtlinge hetzen", sagt der. Nach Jellonneks Angaben streut die Gruppe gezielt Gerüchte über vermeintliche Straftaten von Flüchtlingen. "Es wird auch diskutiert, wie man sich als Bürger bewaffnen sollte angesichts der Unterkunft." Nach seinen Beobachtungen wird die Bürgerwehr in Schwanewede von Dennis Z. angeführt, der Sänger der Bremer Neonazi-Band „Strafmass“ ist. 

Trotz der rund 1200 Flüchtlinge in der Kaserne hat es nach Angaben von Bürgermeister Steenken bislang nur kleinere Vorfälle gegeben. Die Polizei habe die Verhältnisse in der Kaserne sogar gelobt, "es gibt aus ihrer Sicht überhaupt keinen Grund zur Sorge", so Steenken. Nach Angaben eines Polizeisprechers hat die Zahl der Straftaten seit dem Einzug der Flüchtlinge „nicht signifikant“ zugenommen. „Wir hatten vorher Einbrüche, aber jetzt sind die Flüchtlinge Schuld.“ Man schaue sehr genau auf die Facebook-Gruppe, erklärt der Sprecher.

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