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27 600 Kinder ohne Deutschkenntnisse

Flüchtlinge an Schulen 27 600 Kinder ohne Deutschkenntnisse

Seit März 2015 sind 27 600 Flüchtlinge ohne oder mit nur geringen Deutschkenntnissen an Niedersachsens Schulen gekommen, davon 11 500 an die Grundschulen. Das Land will deshalb zum neuen Schuljahr 930 zusätzliche Lehrer einstellen.

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Symbolbild.An den Grundschulen sind besonders viele Flüchtlingskinder gelandet.

Quelle: Friso Gentsch (dpa)

Hannover. Obwohl inzwischen weniger Flüchtlinge in den Erstaufnahmelagern ankommen, bleibt das Thema für die Bildungspolitik Schulen eine große Herausforderung. „Die Integration der Flüchtlinge wird uns auf Jahre beschäftigen, das ist nicht vergleichbar mit einem Geburtenanstieg“, sagte Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Donnerstag in Hannover, „das betrifft alle Jahrgänge, es ist eine große Aufgabe.“

Seit März 2015 sind rund 27 600 Kinder ohne oder mit nur geringen Deutschkenntnissen von den Schulen aufgenommen, die meisten – nämlich 11 600 – kamen an Grundschulen, 10 800 wurden im Sekundarbereich I (bis Klasse 10) und 4100 an den Berufsbildenden Schulen eingeschult. In der Oberstufe landeten landesweit gerade einmal 210 Jugendliche. Rund 15 000 Flüchtinge werden derzeit in Sprachlernklassen unterrichtet, die anderen erhalten individuelle Sprachförderung. Gerechnet hatte man ursprünglich nur mit 18 000 Schülern ohne Deutschkenntnisse.

Zur Sicherung der Unterrichtsversorgung will Heiligenstadt zum neuen Schuljahr 930 Lehrer mehr als ursprünglich geplant einstellen. Insgesamt steigt die Zahl der Neueinstellungen dann auf 2750. Ob sich allerdings genügend Bewerber für die Jobs finden lassen, bleibt fraglich: „Der Markt bleibt angespannt, auch andere Bundesländer suchen Lehrer“, sagte Heiligenstadt. Man habe sich in der Kultusministerkonferenz geeinigt, dass man sich nicht gegenseitig die Bewerber abjage. Werbekampagnen dürfe es trotzdem geben, wenngleich dies nicht immer Sinn mache: „Was nützt eine Anzeige, wenn gar keine Interessenten mit abgeschlossenem Lehramtsstudium zur Verfügung stehen?“

In erster Linien fehlen Pädagogen für Grund-, Haupt- und Realschulen. Niedersachsen sei ein attraktiver Arbeitgeber, sagte die Ministerin: Erstens würden hier Pädagogen noch in verbeamtet, und das nach relativ kurzer Zeit – im Gegensatz zu Berlin oder den ostdeutschen Ländern. Zum anderen hätten niedersächsische Gymnasiallehrer mit 23,5 Wochenstunden im Bundesvergleich die geringste Unterrichtsverpflichtung.

Um genügend Sprachlehrer zu finden, will Heiligenstadt hier die Vorgaben lockern. So sollen befristet auch Sprachlehrer eingestellt weren , die kein pädagogisches, aber ein anderes Studium absolviert oder eine Lehrerausbildung im Ausland abgeschlossen haben.  Zudem greife man weiter auf Pensionäre und Studenten zurück, die kurz vor ihrer Abschlussprüfung stünden.

Ob angesichts der steigenden Schülerzahlen die Klassenobergrenze angehoben werden müsse, wie die Kommunalverbände dies seit Monaten fordern, ließ Heiligenstadt offen. Gerade in den Großstädten, wo in den Schulen ohenhin schon Platznot herrsche, seien noch größere Klassen kaum vertretbar. Die Integration könne auf dem Land oder in kleineren Städten mit weniger ausgelasteten Schulen vermutlich besser gelingen. 

Wie viele Flüchtlinge im nächsten Schuljahr tatsächlich in den Klassen sitzen, bleibt unklar. „Es kann auch sein, dass Zehntausende weiterwandern oder noch einmal 10 000 mehr gekommen sind.“ Sollten dann die Lehrer eingestellt, aber zu wenig Flüchtlinge vorhanden sein, will die Ministerin zum Halbjahreswechsel 2017 nachsteuern: „Dann stelle ich einfach weniger Pädagogen ein.“

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