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Stefan Birkner – ein ausbaufähiger Mann

FDP-Landeschef im Porträt Stefan Birkner – ein ausbaufähiger Mann

Der Parteitag der niedersächsischen FDP hat den Landesvorsitzenden Stefan Birkner mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt. Wofür steht der 42-Jährige, der bereits Staatssekretär und Minister war? Ein Porträt von Niedersachsen-Redakteur Michael B. Berger.

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Stefan Birkner, Landesvorsitzender der FDP Niedersachsen.

Quelle: dpa

Oldenburg. Man kann ihn leicht unterschätzen: Stefan Birkner, den die niedersächsischen Liberalen am Sonnabend zum dritten Mal zum Landesvorsitzenden wählten, ist kein Mann des schneidigen Auftritts. Auch wenn er, der ehemalige Staatsanwalt, durchaus schneidig auftreten kann. Wenn's der Wahrheitsfindung dient. Aber in der Regel hat der 42-jährige Professorensohn dazu keine Lust. Dazu denkt er zu differenziert und redet in der Regel so.

Im Zuge seiner politischen Karriere redet sich Birkner allerdings zunehmend frei, wie auch seine zum Teil staatstragende, zum Teil angriffslustige Rede vor dem Parteitag bewies. Birkner, so sehen es viele in der FDP, ist ein durchaus ausbaufähiger Mann, was sein gutes Wahlergebnis von 95 Prozent durchaus unterstrich.

Gelernt hat Birkner beim früheren Umweltminister Hans-Heinrich Sander, der von Temperament und Auftritt eher das Gegenstück zum wohltemperarierten Birkner war. Der Jurist leitete lange Zeit das Ministerbüro Sanders, rückte für viele Jahre zum Staatssekretär auf, bis er 2012 von Sander sogar das Ministeramt übernahm. Der knappe Wahlsieg von SPD und Grünen Anfang 2013 beendete Birkners Karriere. Er rückte als einfaches Landtagsmitglied ein, überließ das Amt des Landtagsfraktionsvorsitzendem dem etwas jüngeren und ungestümeren Christian Dürr.

Dass sie sich seit dieser Zeit kaum in die Haare gekommen sind, liegt auch an der Umsicht des Landesvorsitzenden, der sich nicht auf allen Positionen nach vorn drängt. Dass er sich mit politischen Untiefen und gefährlichen Riffs auskennt, hat allerdings nichts mit dem Thema seiner juristischen Promotion zu tun. Oder womöglich doch? Das Thema der Doktorarbeit lautet: "Die Durchfahrtsrechte von Handels- und Kriegsschiffen durch die türkischen Meerengen." 

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