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Niedersachsen Streit um Landarztquote: SPD stellt sich gegen CDU-Minister
Nachrichten Politik Niedersachsen Streit um Landarztquote: SPD stellt sich gegen CDU-Minister
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08:52 13.07.2018
Ein Schild an einem Haus weist in der kleinen Gemeinde auf eine Arztpraxis hin. Quelle: dpa
Hannover

Die Frage einer Landarztquote droht zu einer Belastungsprobe für Niedersachsens rot-schwarze Koalitionsregierung zu werden. Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) sperrt sich bisher dagegen und will verstärkt auf Freiwilligkeit und Anreize setzen. „Björn Thümler muss seine Blockadehaltung beim Thema Landarztquote dringend überdenken“, forderte gestern der Generalsekretär der SPD in Niedersachsen, Alexander Saipa. Er spricht sich für eine Landarztquote aus, wie sie das CDU-regierte Nordrhein-Westfalen einführen will. Saipa: „Während Herr Thümler sich in Niedersachsen querstellt, sind seine Parteifreunde aus Nordrhein-Westfalen schon deutlich weiter und zeigen, wie eine Landarztquote umgesetzt werden kann; vielleicht greift Herr Thümler ja mal zum Telefonhörer.“ Nordrhein-Westfalen vergibt künftig einige der Medizinstudienplätze an Bewerber, die sich verpflichten, nach dem Studium zehn Jahre als Hausärzte auf dem Land zu arbeiten.

Thümler: Keine frühzeitige Verpflichtung

Thümler dagegen hat andere Pläne. „Er ist für freiwillige Lösungen und will niemanden dazu zwingen, sich schon als junger Mensch frühzeitig festlegen zu müssen“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Mit Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der sich schon länger für die Quote ausgesprochen hat, gebe es keinen Dissens. Im Koalitionsvertrag ist vereinbart, dass die ärztliche Versorgung auf dem Lande gestärkt werden soll. Das sieht auch Thümler so. Anders als bei der Quote sollen sich die Studierenden seiner Ansicht nach aber erst später freiwillig entscheiden, ob sie geschaffene Anreize für einen Posten auf dem Land annehmen.

Von Ralf Krueger