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Streit um Schulrefom geht weiter - 18 Gesamtschulen werden eröffnet

Schulstreit Streit um Schulrefom geht weiter - 18 Gesamtschulen werden eröffnet

Der Run auf die Gesamtschule hält unvermindert an: Nach den Ferien werden landesweit 18 neue Gesamtschulen eröffnet. Der Streit um die Schulreform geht dagegen ebenso unvermindert weiter. SPD, Grüne und Linke forderten die Landesregierung am Montag auf, schnell über andere Schulstrukturen zu entscheiden

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Der Streit um die Schulreform geht auch in den Ferien weiter.

Quelle: Nancy Heusel (Archiv)

Trotz der Ferien geht in Niedersachsen der Streit um eine Schulreform weiter. Hintergrund sind die sinkenden Schülerzahlen in den kommenden Jahren, die vor allem die Existenz vieler Hauptschulen bedrohen. Auch an den hohen Hürden für die Gründung neuer Gesamtschulen gibt es weiter Kritik.

Der Run auf diese Schulform hält unvermindert an: Nach den Ferien werden landesweit 18 neue Gesamtschulen eröffnet, sagte am Montag ein Mitarbeiter der Landesschulbehörde der Nachrichtenagentur dpa. Trotzdem bekommen viele Schüler keinen Platz an einer Gesamtschule, weil die Nachfrage größer als das Angebot ist. Die CDU in Niedersachsen lehnt dieses Schulmodell bislang ab, Neugründungen waren bis vor zwei Jahren sogar komplett verboten.

SPD, Grüne und Linke forderten die Landesregierung am Montag auf, schnell über andere Schulstrukturen zu entscheiden. Der neue Ministerpräsident David McAllister will jedoch zunächst im August eine Arbeitsgruppe einsetzen, die die Situation beraten soll.

McAllister hatte in seiner Regierungserklärung versichert, dass das Thema Schule unideologisch behandelt und auch der Wille der Eltern berücksichtigt werden soll. Auch im Grundschulbereich könnten die gravierende Schülerrückgänge einige Kommunen vor erhebliche Probleme stellen, sagte der neue Ministerpräsident.

SPD-Landtagsfraktionschef Stefan Schostok forderte, Neugründungen von Gesamtschulen müssten auch bei weniger Schülern als bisher erlaubt werden - derzeit müssen genug Kinder für fünf Klassen pro Jahrgang nachgewiesen werden. „Es ist ja nicht so, dass wir es sind, die Haupt- und Realschulen zwingend abschaffen wollen. Vielmehr erledigt sich das von selbst“, sagte Schostok der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Die Schulexpertin der Grünen im Landtag, Ina Korter, kritisierte, die Landesregierung habe immer noch kein Konzept für die Zukunft, obwohl die Anmeldezahlen für die Hauptschule seit Jahren dramatisch zurückgingen und die Nachfrage nach Gesamtschulen von Jahr zu Jahr steige. „Auf dem Land ist es zurzeit nahezu unmöglich, eine Gesamtschule zu errichten. Diese Diskriminierung muss ein Ende haben“, sagte Christa Reichwaldt von den Linken. Björn Försterling von der FDP erklärte, ein Kompromiss könne aber nicht in der Maximalforderung „Einheitsschule für Alle“ bestehen.

Neue Gesamtschulen gehen im August in Stade, Sittensen, Emden, Moormerland, Oldenburg, Wardenburg im Kreis Oldenburg, Osnabrück, Wunstorf, Hildesheim, Goslar, Wolfenbüttel, Salzgitter, Buchholz in der Nordheide, Gieboldehausen im Kreis Göttingen, Lengede bei Peine und Sassenburg im Kreis Gifhorn an den Start. In Hannover wurden zwei neue Gesamtschulen genehmigt.

In anderen Städten wurden Neugründungen teilweise von der Landesschulbehörde abgelehnt. Der Landkreis Osterholz ist aber nach Angaben der bislang einzige, der klagt, weil er keine neue Gesamtschule eröffnen darf. Ein Urteil des Verwaltungsgerichtes Stade steht noch aus.

Mehr Migranten sollen Lehrer werden

Niedersachsen will mehr junge Menschen mit ausländischen Wurzeln für den Lehrerberuf gewinnen. Der viertägige Schülercampus „Mehr Migranten werden Lehrer“ sei im November an der Universität Oldenburg geplant, sagte Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) am Montag in Hannover. Es sei wichtig, den Anteil von Lehrkräften mit Einwanderungsgeschichte zu erhöhen. So könnten Kinder aus Zuwandererfamilien besser unterstützt werden. Initiator des Projektes ist die Zeit-Stiftung. Das Angebot gab es bereits in Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Bayern. 2011 sollen Bremen und Berlin folgen.

dpa

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