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Pistorius räumt Polizeifehler in Loccum ein

Tod von 23-Jähriger Pistorius räumt Polizeifehler in Loccum ein

Nach dem gewaltsamen Tod einer 23 Jahre alten Frau in Loccum hat Innenminister Boris Pistorius praktische Ermittlungsfehler der Polizei eingeräumt, „für die man sich nur entschuldigen kann“. Konkret geht es um eine DNA-Spur, die letztlich zur Festnahme des mutmaßlichen Täters geführt hat.

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In den Ermittlungen zum Tod einer 23-Jährigen in Loccum sind laut Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius Fehler gemacht worden.

Quelle: dpa/Archiv

Hannover. Im vergangenen September war die Leiche der jungen Frau im Klosterwald in Loccum entdeckt worden. Danach habe es nach erster Bewertung im Rahmen der Ermittlung einen Kommunikationsfehler im Landeskriminalamt gegeben, als es um die Analyse der Spuren nach der Tat gegangen sei, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Hannover.

Gemeint ist damit eine DNA-Spur, die am vergangenen Donnerstag zur Festnahme des Verdächtigen geführt hat. Möglicherweise hätte Jan N. früher gefunden werden können. Pistorius sagte, unter 500 Fundstücken aus dem Klosterwald in Loccum sei eine Spur zu spät ausgewertet worden - eben jene, die den 48-Jährigen am Ende überführte. Der 48 Jahre alte Freigänger aus dem Maßregelvollzug in Bad Rehburg wird von der Staatsanwaltschaft in Verden für den Tod von Judith T. verantwortlich gemacht.

Diskussion um Ermittlungsdauer und Freigänge

Die Frage, ob kriminaltechnische Untersuchungen in Niedersachsen generell zu lange dauern, ist Gegenstand einer Anfrage der CDU-Fraktion im Landtag. Unter anderem wollen die Abgeordneten wissen, wie lange im Schnitt die Auswertung einer DNA-Probe dauert. Landespolizeipräsident Uwe Binias betonte in der „Bild“-Zeitung, der Fehler der Ermittler in Loccum habe „nach heutiger Lage keine weitere Tat begünstigt“. Der Freigänger durfte danach die Entzugsklinik täglich unbegleitet verlassen.

Dass dem mehrfach vorbestraften Vergewaltiger überhaupt Freigänge gewährt wurden, war in den vergangenen Tagen Gegenstand von Debatten in der Landespolitik. Für den 48-Jährigen war im Anschluss an seine Therapie im Maßregelvollzug die Sicherungsverwahrung vorgesehen, was beim Göttinger Polizeipräsidenten Uwe Lührig für zusätzliches Unverständnis gesorgt hat. Jörg N. wird von der örtlichen Polizei als „gewalttätig“ eingestuft. Lührig regt an, in Zukunft die Polizei vor Ort bei der Frage, ob ein Straftäter Freigang aus dem Entzug bekommen darf, mit einzubeziehen. Die Landesregierung will den gesamten Fall nun akribisch aufarbeiten, wie Regierungssprecherin Anke Pörksen gestern sagte.

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