Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Niedersachsen Totenasche darf weiterhin nicht verstreut werden
Nachrichten Politik Niedersachsen Totenasche darf weiterhin nicht verstreut werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:46 05.07.2017
Von Michael B. Berger
Was ist ein würdevoller Umgang mit den sterblichen Resten eines Menschen? In Niedersachsen sollen Verstorbene weiter beigesetzt werden. Quelle: Peter Förster
Hannover

Der entsprechende Passus im Gesetz soll komplett gestrichen werden, nachdem die beiden großen Kirchen, aber auch die kommunalen Spitzenverbände dagegen protestiert hatten. Regierungssprecherin Anke Pörksen bestätigte am Mittwoch, dass das Verstreuen der Asche nicht erlaubt werde.

Ein Angriff auf die Totenruhe?

Das Sozialministerium hatte argumentiert, man könne Bürgern Alternativen zur erdfreien Bestattung nicht vorenthalten - aus Gründen der Menschenwürde. Deshalb müsse es künftig erlaubt werden, in bestimmten Friedhofsbereichen die Asche Verstorbener zu verstreuen. Doch das hielten die evangelischen Kirchen wie auch der katholische Prälat Professor Felix Bernard für einen Angriff auf die Totenruhe. Sie hielten dagegen, dass das Verstreuen der Asche keinem würdevollen Umgang mit den sterblichen Resten eines Menschen entspreche. Werde die Asche etwa auf einer Wiese verstreut, könne „entsprechender Rasen- und Grasschnitt dann mit Ascheresten behaftet letztlich als Grünabfall entsorgt und kompostiert“ werden. Die kommunalen Spitzenverbände und andere führten mögliche Gesundheitsgefährdungen an, wenn die Asche von Toten dort lande, wo sie nicht hingehöre. Die Vorstellung, dass Tiere die Totenasche von der Wiese forttransportieren könnten, galt nicht als besonders appetitlich.

Die Kirchen kritisierten auch noch einen anderen Plan. Die Möglichkeit, aus einem Teil der Asche einen Diamanten zu formen (als Erinnerungsstück), wurde von den Kirchen als ethisch nicht vertretbar bezeichnet. „Wir bitten von dieser Neuregelung Abstand zu nehmen“, schrieb die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen in ihrer Stellungnahme. Man sollte, so die Kirchen, „Manipulationen“ an der Asche gar nicht erlauben. Doch hier gab die Sozialministerin nicht klein bei. Die entsprechende Passage bleibt in dem Gesetzentwurf, der im Herbst in den Landtag kommen soll.

„Für uns ist wichtig, dass an der Sargpflicht festgehalten wird“, sagt Rechtsanwältin Hildegund Mentz vom Bestatterverband Niedersachsen. Sie begrüßt, dass das Verstreuen der Asche verboten bleibt, selbst auf abgegrenzten Friedshofbereichen. Sie hält es aber für vertretbar, wenn kleine Teile der Asche zu einem Diamanten geformt werden. „Das könnte unseren Mitgliedern helfen, die oft von Angehörigen hören, dass sie ins Ausland gehen, wenn das bei uns nicht erlaubt wird.“

Auch auf hoher See gilt die Urnenpflicht

Aus Filmen kennt man Szenen, in denen die Asche von Verstorbenen auf hoher See ausgestreut wird. In Niedersachsen ist das nicht erlaubt: Auch bei Seebestattungen gilt die Pflicht, die Asche der Verstorbenen in einer Urne beizusetzen – selbst wenn der Wunsch nach „freieren“ Bestattungsformen lauter wird.

„Für die Seebestattung dürfen nur Urnen verwendet werden, die wasserlöslich und biologisch abbaubar sind und keine Metallteile enthalten“, heißt es auch im neuen Bestattungsgesetz. Ferner müssten die Urnen so verschlossen und mit Sand oder Kies beschwert werden, dass sie nicht aufschwimmen könnten.

Auch der Möglichkeit, die Urne im eigenen Garten zu vergraben, was etwa die Freie
Hansestadt Bremen
erlaubt, schieben die konservativen Niedersachsen einen Riegel vor. Hier gilt auch künftig die Friedhofspflicht. Immerhin sind seit einigen Jahren Bestattungen in Friedwäldern zugelassen.     

Gespannt blickt die Welt nach Hamburg, wo der Countdown für das Gipfeltreffen der 20 wichtigsten Staats- und Regierungschefs läuft. Noch vor Beginn des eigentlichen G-20-Gipfels am Freitag trifft sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in der Hansestadt mit US-Präsident Donald Trump und voraussichtlich auch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

05.07.2017

Nach dem schweren Busunglück in Bayern hat Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius höhere Strafen für das Nichtbilden einer Rettungsgasse gefordert. Der SPD-Politiker will ein Bußgeld von 200 bis 500 Euro im Bundesrat beantragen. Außerdem soll es ein Fahrverbot von einem Monat geben.

05.07.2017
Niedersachsen „Das Land ist deutlich vorangekommen“ - Diese Ziele hat die Landesregierung erreicht

Ministerpräsident Stephan Weil und der stellvertretende Regierungschef Stefan Wenzel ziehen eine positive Bilanz der Legislaturperiode der rot-grünen Koalition in Niedersachsen. Die Opposition ist da naturgemäß anderer Ansicht. Wie also hat sich die Regierung geschlagen? Wir machen den Faktencheck.

04.07.2017