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Niedersachsen Pistorius fordert Härte nach „widerlichen Taten“
Nachrichten Politik Niedersachsen Pistorius fordert Härte nach „widerlichen Taten“
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00:19 10.01.2016
Von Michael B. Berger
Pistorius äußerte sich am Donnerstag zu den Übergriffen in Köln an Silvester. Quelle: dpa/Archiv
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Köln/Hannover

„Frauen mit Begleitung oder ohne durchliefen einen im wahrsten Sinne ,Spießrutenlauf‘ durch die stark alkoholisierten Männermassen, wie man es nicht beschreiben kann“, heißt es in dem internen Polizeibericht, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die Polizei sei bereits bei ihrem Eintreffen von aufgewühlten Passanten sowie Bürgern mit weinenden und geschockten Kindern über Schlägereien, Diebstähle und sexuelle Übergriffe informiert worden. Angesichts der chaotischen Situation seien Verletzte und sogar Tote befürchtet worden. Daher seien die Domtreppe und der Bahnhofsvorplatz ab 23.30 Uhr geräumt worden.

In Niedersachsen habe man Vergleichbares noch nicht erlebt, sagten sowohl Vertreter der Polizeigewerkschaften als auch Innenminister Pistorius der HAZ. Erfahrungen habe man lediglich mit der Masche der „Antänzer“, die sich Menschen in Diskotheken näherten, um sie zu bestehlen. „Vor denen wird seit Jahren gewarnt, und die Feststellung, dass es sich meist nicht um Deutsche handelt, sollte man auch nicht unterdrücken“, sagte Dietmar Schilff, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei. Er machte für die verheerenden Zustände in Köln auch die ausgedünnte Personalsituation der Polizei verantwortlich. Ähnlich äußerte sich Thomas Kliewer von der Deutschen Polizeigewerkschaft.

„Wenn es tatsächlich zu solchen Zusammenrottungen wie in Köln vor Hauptbahnhöfen kommt, muss der wehrhafte Staat klare Kante zeigen, ganz konsequent“, forderte Innenminister Pistorius. „Bestimmte Verhaltensratschläge an Frauen sind doch neben der Spur. Hier haben sich doch offensichtlich nicht Frauen falsch verhalten, sondern es ist zu widerlichen Taten gekommen, die man ahnden muss.“ Wenn es sich bei den Tätern „überwiegend um Migranten gehandelt haben sollte, die schon jahrelang hier sind, sollte man die Dinge beim Namen nennen“, so der Minister. Man müsse sich aber davor hüten, Flüchtlinge und Ausländer zu stigmatisieren.

In Hamburg, wo es Silvester ähnliche sexuelle Übergriffe wie in Köln gegeben hat, will die Polizei Konsequenzen ziehen. Bisher sind dort 70 Anzeigen von Frauen eingegangen. Tatort war in den meisten Fällen die Reeperbahn. Ein Polizeisprecher kündigte für das Wochenende eine erhöhte Präsenz auf St. Pauli an. Auch eine mobile Videoüberwachung soll genutzt werden.

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