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00:17 15.10.2017
Quelle: Montage HAZ
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Hannover

Danach sprechen sich nur 3,6 Prozent der Befragten für eine große Koalition unter Führung der CDU aus. Für ein solches Bündnis unter SPD-Führung votieren 4,9 Prozent. Gewollt sind dagegen politisch klar ausgerichtete Konstellationen: Auf die Frage „Welche der wahrscheinlich möglichen Koalitionen wünschen Sie sich?“ gaben 27,7 Prozent ein Bündnis von CDU und FDP an, während 24,6 Prozent für Rot-Grün votierten. In der Online-Erhebung vom 6. bis zum 12. Oktober wurden 3045 repräsentativ ausgewählte Wahlberechtigte in Niedersachsen befragt.

Immerhin noch 19,5 Prozent würden sich ein rot-rot-grünes Bündnis von SPD, Linken und Grünen wünschen, wobei die Werte hier rückläufig sind, wie Paul Zernitz vom Meinungsforschungsinstitut Civey erläutert. „Das ist wohl auch ein Reflex darauf, dass die CDU vor einem solchen Bündnis warnt. Dafür gehen aber jetzt die Werte für Rot-Grün nach oben.“

Eine „Ampel“ (SPD, FDP und Grüne) würden sich 7 Prozent wünschen, ein Jamaika-Bündnis 4,6 Prozent. Die letzten Umfragen zum Ausgang der Landtagswahl hatten gezeigt, dass sich ein Kopf-an Kopf-Rennen zwischen SPD und CDU anbahnt. Rechnerisch möglich wären danach eine Große Koalition, aber auch ein Jamaika-Bündnis von CDU, FDP und Grünen. Ob die Linke den Sprung in den Landtag schafft, ist offen. Eine Ampel-Koalition hat FDP-Chef Stefan Birkner wiederholt deutlich ausgeschlossen.

Als wichtigstes Thema der Landtagswahl nennen die Befragten in der Civey-Umfrage die Schul- und Bildungspolitik - 38,8 Prozent äußerten sich entsprechend. Dann folgen die Themen Zuwanderung (19,1 Prozent) und innere Sicherheit (13,3). „Fast 40 Prozent sind am Thema Bildung interessiert - das ist schon ein signifikanter Wert und weit höher als in Umfragen in anderen Bundesländern“, meint Umfragenspezialist Zernitz.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte dem NDR, er halte eine große Koalition in Niedersachsen für „ziemlich unwahrscheinlich“. Das Verhältnis zwischen SPD und CDU sei in Niedersachsen belastet.

Niedersachsens CDU-Spitzenkandidat Bernd Althusmann sagte, bis zum Sonntagabend zerbreche er sich nicht den Kopf über Koalitionen, sondern kämpfe dafür, die CDU zur stärksten Partei zu machen. Das hält er trotz schwindender Umfragewerte weiter für möglich. „Ich bin immer noch siegesgewiss, aber ich war auch immer davon überzeugt, dass es knapp werden wird in Niedersachsen“, sagte der 50-Jährige der HAZ.

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Von Michael B. Berger und Heiko Randermann

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