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Niedersachsen Müssen Senioren bald zum Fahrtest?
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00:16 29.01.2016
Verkehrsrisiko Senioren? Darüber sprechen Politiker und Experten beim Verkehrsgerichtstag in Goslar. Quelle: dpa
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Hannover

Das Thema wird den am Mittwoch in Goslar beginnenden Verkehrsgerichtstag beschäftigen. Der Untersuchung zufolge geht von Autofahrern über 75 Jahren eine besondere Gefahr im Straßenverkehr aus. „Ziel ist es nicht, den Führerschein zu entziehen, sondern die Selbstreflexion der Fahrer zu stärken“, sagt Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag.

„Die Unfallzahlen sind in einen Bereich geraten, wo man etwas unternehmen muss“, meint Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer in Berlin. Untersuchungen des Verbandes ergaben, dass die über 75-Jährigen als Unfallverursacher sogar die Hochrisikogruppe der 18- bis 21-jährigen Fahranfänger in den Schatten stellt. 75 Prozent aller Unfälle, in die Senioren dieser Altersgruppe in den vergangenen fünf Jahren verwickelt waren, seien auch von ihnen verschuldet worden. Dies werde sich künftig stärker auswirken, da die Gruppe der Älteren weiter wachse.

Die Fahrtüchtigkeit lässt den Unfallforschern zufolge statistisch bereits ab 55 Jahre langsam nach. Das liege vor allem an verminderter Reaktionsfähigkeit in komplexen Situationen, sagt Brockmann. „Medizinische Gründe wie Sehschwäche, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Probleme spielen dagegen nur eine geringe Rolle, weil sie mit Medikamenten oder Hilfsmitteln ausgeglichen werden.“

Verpflichtende Medizinchecks, wie es sie beispielsweise in Italien gibt, hält der Verkehrsexperte ebenso wenig für sinnvoll wie einen Führerscheinentzug. Vielmehr sollten zur Überprüfung der Fahrtüchtigkeit im Alter Testfahrten mit Fahrlehrern vorgeschrieben werden. Die Lehrer müssten im Anschluss auf Schwächen hinweisen und Verbesserungsvorschläge machen - zum Beispiel das Auto am Park-and-Ride-Platz abzustellen und damit nicht mehr in die Innenstadt zu fahren, die Dämmerung zu meiden oder sich von schwer überschaubaren Kreuzungen fernzuhalten.

Verkehrswacht und ADAC bieten die Überprüfung bisher auf freiwilliger Basis an, allerdings nicht mit großer Resonanz. Oft gehören die Teilnehmer zur Gruppe der ohnehin „fitten“ Senioren. „Schon eine einzige Fahrstunde im eigenen Auto bringt vielen sehr wichtige Erkenntnisse“, sagt Christine Rettig, Sprecherin des ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt in Laatzen. In Hannover und Braunschweig würden in diesem Jahr zudem erstmals mehrstündige Kurse angeboten, bei denen ältere Fahrer lernen sollen, moderne Autotechnik wie Rückfahrkameras und Spurassistenten im Sinne der Sicherheit zu nutzen.

Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies sieht keinen Bedarf, die ältere Autofahrergeneration besonders in den Blick zu nehmen. Er setze auf die Eigenverantwortung, sagte er der HAZ: „Da müssen wir nicht mit zusätzlichen Kontrollen und Prüfungen arbeiten.

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