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Jürgen Trittin kritisiert Weil wegen VW

Bundestagskandidaten der Grünen Jürgen Trittin kritisiert Weil wegen VW

Die energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion, Julia Verlinden, und der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin stehen auf den ersten beiden Listenplätzen der niedersächsischen Grünen für die Bundestagswahl. Sie setzten sich am Sonnabend beim Parteitag in Hannover durch.

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Auf den ersten vier Listenplätzen für die Bundestagswahl: Filiz Polat, Sven Christian Kindler, Julia Verlinden und Jürgen Trittin.

Quelle: dpa

Hannover. Mit einer kämpferischen Rede hat der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin Niedersachsens Grüne auf den Bundestagswahlkampf eingestimmt. Immer wieder vom Applaus der Delegierten unterbrochen betonte er am Samstag auf dem Parteitag in Hannover: "Wir wollen drittstärkste Kraft werden, damit Deutschland wieder grün wird." Julia Verlinden (38) aus Lüneburg führt die Landesliste bei der Bundestagswahl an. Die energiepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion bekam 117 von 180 gültigen Stimmen, Trittin folgt mit 165 Stimmen auf Rang zwei - bei den Grünen sind ungerade Listenplätze Frauen vorbehalten, darunter der Spitzenplatz.

Der 62-jährige Trittin hatte in seiner Rede einen radikalen Wandel beim Volkswagenkonzern als größtem Arbeitgeber des Landes verlangt. "Wir müssen VW modernisieren damit es nicht endet wie Opel - und das heißt, wir brauchen einen Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor, sonst kommt VW nicht in die Puschen." Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) forderte er auf, seine Verantwortung im VW-Aufsichtsrat wahrzunehmen. Es ginge nicht an, dass Managern unverhältnismäßig hohe Gehälter und Abfindungen gezahlt würden. Trittin: "Wir wollen das ändern, wir wollen solche Gehälter ändern, die dürfen nicht mehr von der Steuer absetzbar bleiben."

Trittin forderte in seiner Rede zugleich einen Schuldenschnitt für Griechenland und sagte mit Blick auf das Leitmotto des US-Präsidenten Donald Trump: ",America first' ist eine Drohung an die Welt, es ist eine rassistische Drohung, es ist eine gegen das Klima". Lange sei die Welt nicht in einer so gefährlichen Situation mehr gewesen - es komme nun auch auf Deutschlands Rolle in Europa an. Es reiche nicht, wenn es nur Deutschland gut gehe und dem Rest Europas nicht, sagte er unter lang anhaltendem Applaus.

Verlinden forderte, grüne Kernthemen im Wahlkampf wieder nach vorne zu stellen und betonte: "Niedersachsen ist das Zugpferd für ein gutes Ergebnis bei der Bundestagswahl." Es gehe bei der Wahl zudem um die Verteidigung von Demokratie und europäischer Solidarität sowie um eine nachhaltige Energiepolitik. "Wer mit uns Koalitionsgespräche führen will, der kommt am Kohleausstieg nicht vorbei", erklärte sie.

Die niedersächsische Landtagsabgeordnete Feliz Polat (38) aus Osnabrück-Land folgt im Top-Team der Landesliste mit 154 Stimmen auf Rang drei, vor Sven-Christian Kindler (148 Stimmen) aus Hannover. Polat hatte unter anderem eine Einwanderungspolitik gefordert, die Migranten nicht als Problem ansieht. "Eine Politik gegen Flüchtlinge wird es mit uns Grünen nicht geben", erklärte auch Ottmar von Holtz aus Hildesheim. Nordafrika könne nicht der Türsteher der EU werden. Eine Überwindung von Fluchtursachen sei das Gebot der Stunde, sagte er - und warnte die Partei eindringlich vor Flügelkämpfen im Wahlkampf. Der Landtagsabgeordnete landete mit 110 Stimmen auf dem sechsten Platz.

In einer Zeit, in der der freiheitliche Rechtsstaat unter Druck stehe, sei nicht die Konzentration auf Koalitionsaussagen, sondern ein starkes grünes Ergebnis erforderlich, forderte die Sicherheits- und Rechtsexpertin Katja Keul (47) aus Nienburg. Sie unterlag bei der Kandidatur um den Spitzenplatz und kam mit 115 Stimmen auf Rang fünf.

Begonnen hatte der Parteitag mit einem Aufruf zur Geschlossenheit. In einer Zeit, in der Demokratiefeinde die Gesellschaft spalteten, müssten die Grünen wieder Akzente setzen, sagte die Landesvorsitzende Meta Janssen-Kucz. Die zur Zeit im Umfragetief sitzenden Grünen hatten bei der Bundestagswahl vor vier Jahren bundesweit ein Ergebnis von 8,4 Prozent erreicht, in Niedersachsen kamen sie auf 8,8 Prozent.

lni

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