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Verschläft Niedersachsen die digitale Zukunft?

Digitalisierung Verschläft Niedersachsen die digitale Zukunft?

Zum Start der Computermesse Cebit ist in Niedersachsen eine Debatte um die Fortschritte bei der Digitalisierung entbrannt. Während sich Lehrerverbände gegen Behauptungen wehrten, sie würden die digitale Bildung an den Schulen blockieren, mahnte die Wirtschaft unter anderem eine bessere Versorgung mit schnellem Internet an.

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Cebit-Stand in Hannover.

Quelle: dpa

Hannover. Auslöser der Diskussion sind Äußerungen des Präsidenten des Digitalverbandes Bitcom, Thorsten Dirks. Er hatte bei der Eröffnung der Cebit am Sonntag erklärt, Deutschland stehe der digitalen Herausforderung oftmals noch hilflos gegenüber. Der größte Hemmschuh der digitalen Bildung in der Schule sei der Lehrer.

„Das ist eine unglaubliche Frechheit“, erklärte dazu der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Eberhardt Brandt, gegenüber der HAZ. „Die Lehrer würden digitale Technik im Klassenzimmer sehr gerne einsetzen.“ Allerdings fehle es oft an den Voraussetzungen: „In einigen Schulen bekommen sie nicht einmal in jedem Klassenzimmer ein vernünftiges drahtloses Netzwerk hin.“ Ähnlich äußerte sich Horst Audritz vom Philologenverband.

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Das Problem sei mehr das System als die Lehrer, meint Volker Müller von den Unternehmerverbänden Niedersachsen. Er forderte, die Landesregierung müsse die Lehrer besser bei der Fortbildung unterstützen und einen Lehrstuhl für digitale Bildung einrichten. „Wenn wir nichts für die Ausbildung der Lehrer tun, müssen wir uns nicht wundern, wenn die Schüler streckenweise viel weiter sind als das Lehrerpersonal“, sagt auch Volker Schmidt vom Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall.

Ein maßgebliches Problem sei neben fehlenden Lehrern auch die mangelhafte Versorgung mit schnellem Internet. So hatten in der Frühjahrs-Konjunkturumfrage der Arbeitgeberverbände 50 Prozent der Unternehmen den Lehrkräftemangel als das größte Problem der Berufsschulen bezeichnet. 30 Prozent monierten fehlende Breitbandanschlüsse für Berufsschulen. Tatsächlich sind in ländlichen Regionen Niedersachsens zum Teil erst 40 Prozent aller Haushalte mit schnellem Internet versorgt.

Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt nahm die Lehrer gestern in Schutz: „Sie gehen die Aufgabe des Lernens im digitalen Wandel sehr engagiert an“, sagte die SPD-Politikerin der HAZ. Darüber hinaus werde sich Niedersachsen stark einbringen, wenn „die Länder neue Modelle der Lehrkräftefortbildung entwickeln“.

Bernd Althusmann, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2018, fordert eine bessere Unterrichtsversorgung. Nur so könne es mehr Unterricht in Mathematik, Naturwissenschaften und Technik geben. „Informatik-Unterricht von Klasse fünf an halte ich für notwendig“, sagte er der HAZ.

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