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Land will Sitzenbleiben bis Klasse 7 abschaffen

Versetzungsregeln an Oberschulen Land will Sitzenbleiben bis Klasse 7 abschaffen

Das Land plant neue Versetzungsregeln für die Oberschulen. So sollen Schüler bis Klasse 7 an den Oberschulen künftig nicht mehr sitzenbleiben können. Von der Opposition gibt es für die Pläne heftige Kritik.

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Unterricht in der Pestalozzischule in Hannover: Gleiche Bedingungen wie an einer IGS schaffen.

Quelle: Jan Philipp Eberstein

Hannover. Die Landesregierung will das Sitzenbleiben in den unteren Jahrgängen der rund 250 niedersächsischen Oberschulen abschaffen. Künftig sollen die Mädchen und Jungen am Ende der fünften Klasse automatisch in die sechste Klasse aufrücken. Auch beim Übergang von der sechsten in die siebte Klasse sollen die Oberschulen das Sitzenbleiben abschaffen können, wenn sich der jeweilige Schulvorstand dafür ausspricht. Das sieht die Neufassung der sogenannten Versetzungsordnung vor, die am Freitag im Kultusausschuss diskutiert wurde und im April Thema im Landtag ist.

Bezugspersonen bleiben

Das Ministerium begründet die Novellierung damit, dass Schüler an den Oberschulen wie an den Integrierten Gesamtschulen (IGS) meist gemeinsam lernen und nicht nach Hauptschul-, Realschul- und Gymnasialniveau getrennt. Deshalb sollten zumindest für die unteren Jahrgänge die gleichen Versetzungsregeln für beide Schulformen gelten.

Zudem gehe es um grundsätzliche pädagogische Erwägungen: So wechselten kurz nach dem Übergang von der Grundschule nicht gleich wieder die Bezugspersonen für Fünftklässler, die den Sprung in die sechste Klasse nicht schaffen. Für Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien soll es weiterhin Versetzungen und kein automatisches Aufrücken geben.

Von der Opposition gibt es für die Pläne heftige Kritik. „So macht Rot-Grün aus den Oberschulen durch die Hintertür zweizügige Gesamtschulen“, sagte Kai Seefried, Bildungsexperte der CDU. „Das Sitzenbleiben ist sinnvoll, denn es schützt schwächere Schüler vor Überforderung.“ So werde der Leistungsgedanke weiter aus den Schulen verbannt. „Keine Noten mehr in der Grundschule, keine Schullaufbahnempfehlung im vierten Jahrgang, kein Sitzenbleiben bis zum Ende von Klasse sieben - unsere Schüler brauchen keine Kuschelpädagogik, sondern endlich wieder genug Lehrkräfte, um guten Unterricht zu erteilen.“ Ähnlich äußerte sich Björn Försterling (FDP): „Bildung ohne Anstrengung wird nicht funktionieren.“ Schlechten Schülern helfe man am besten durch eine gute Lehrerversorgung.

Auch der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte bemängelt die neuen Pläne. Fünftklässler, die erhebliche Lücken im Lernstoff hätten, bekämen durch das automatische Aufrücken in Jahrgang sechs gar keine Chance, diese auszugleichen. „Schwache Schüler drohen schwach zu bleiben, wenn man sie nicht fördert“, sagte Landesvorsitzender Manfred Busch.

Sitzenbleiben als Chance

Das Ministerium verweist darauf, dass nur zwölf von mehr als 250 Oberschulen landesweit bereits im fünften Jahrgang leistungsbezogen unterrichteten. In der IGS gebe es von Jahrgang fünf bis neun kein Sitzenbleiben, sondern nur das automatische Aufrücken in den höheren Jahrgang. Mit diesem Prinzip gebe es seit 40 Jahren gute Erfahrungen, das dürfe man nicht pauschal abqualifizieren. Anders als an den Gesamtschulen soll es an den Oberschulen aber weiterhin Noten und keine Lernentwicklungsberichte geben.

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