Der Arme übrigens, kaum in Berlin angekommen, sieht er sich nun einem „Schrippen-Krieg“ ausgesetzt. Dabei hat er den nicht selbst angezettelt, sondern sein Vorvorgänger Roman Herzog („In unserer Familie stirbt man an Hirnschlag“). Ganz unverkrampft hat der Ruck-Roman den vom Zaun gebrochen. Aber wenn so ein hannoverscher Angeberbäcker sich damit brüstet, neben diversen Nobelschuppen noch das Bellevue mit Schrippen zu beliefern, hauen die Berliner natürlich auf die Sahne (ein Sprachbild, das im Umgang mit dem Bäcker- und Konditorgewerbe hoffentlich erlaubt ist).
Apropos: Auf die Sahne hauen. Eine Zeitung, hinter der in der Regel ein kluger Kopf steckt, hat diese Woche ein barockes Werk über die hannoverschen „Erbfreundschaften“ (so nennt man heute Promi-Netzwerke) hingelegt. Doch die Bilderleiste dürfte unseren BP nicht amüsiert haben, zeigt sie doch den Wulff neben unserem Schröder, daneben den Anwalt Fromberg und die Kiez-Größe Frank Hanebuth. Den wünscht mancher zum Teufel, weil er zu den Hells-Angels gehört (und zum Freundeskreis Frombergs). Dass Wulff indes mit Hanebuth in Frombergs Keller krökeln könnte, ist schier unvorstellbar. Woraus man ersehen kann, dass nur jeder vierte Käse in Niedersachsen produziert wird. Aber man muss ja nicht alles glauben, was in der Zeitung steht.
So, nach dieser ausgesprochen selbstreflexiven Passage wende ich mich heute wieder heiteren Seiten zu und der Frage: Wer tritt nächste Woche zurück? War verdammt ruhig die letzte Woche. Alle noch im Amt. Was ist los, ihr Damen und Herren Politiker und Kirchenfürstinnen? Keine Lebenslust mehr verspürt, stattdessen wieder Freude an der Arbeit entwickelt? Oder ist es einfach, das schlechte Wetter, das Euch in den Ämtern verbleiben lässt, wo doch die dpa schon Fotos verschickt mit dem Titel: „Regentropfen an einem Blatt“. Der Tropfen, um den es hier geht, hing übrigens laut zuverlässiger dpa-Angabe am Blatt einer „Korkenzieherhaselnuss in einem Garten in Hannover“. Das sind vermutlich jene Nüsse, die hannoversche Prominentenbäcker an ihre kleinen Brötchen bappen – in der Hoffnung, damit gaanz groß herauszukommen.
HAZ.de Anmeldung