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Von der Leyen berichtet von Flüchtlingssituation

Vortrag in Bildern Von der Leyen berichtet von Flüchtlingssituation

Ursula von der Leyen hat bei ihrere Rede im Saal der CDU-Landtagsfraktion die aktuelle Flüchtlingssituation rund um das Mittelmeer dargestellt. Die Verteidigungsministerin berichtete über frappierende Zustände auf den Booten und verdeutlichte dies mit Hilfe von Bildern.

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Will Verständnis für Flüchtlinge wecken: Ursula von der Leyen spricht im Saal der CDU-Landtagsfraktion.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Hannover. Sie wolle heute nicht den üblichen politischen Vortrag halten, sagt Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen im Saal der CDU-Landtagsfraktion.

Sie wolle stattdessen „in Bildern“ klarmachen, „wie komplex“ die Flüchtlingssituation rund um das Mittelmeer ist. Und wie schwierig die Rettung auf hoher See ist. Die Bilder, die sie vor einem Publikum aus Politikern wie Fraktionschef Björn Thümler, Kirchenvertretern und Flüchtlingsorganisationen zeigt, sind beeindruckend. Schon durch die schiere Menge.

Von der Leyen präsentiert ein Flüchtlingsboot; es ist von oben fotografiert. Unten sieht man nur Menschen, Menschen, Menschen. „Sie müssen sich vorstellen, dass Sie hier nur die obere Etage sehen“, sagt von der Leyen. Dort säßen diejenigen, die den Schlepperorganisationen am meisten Geld gezahlt hätten. Darunter käme noch eine Etage. Und dann noch eine. „Unten sitzen arme Frauen und Kinder aus Afrika.“ Die Menschen auf diesen Booten könnten sich nicht bewegen. „Es gibt auch keinerlei Toiletten. Das geht von oben nach unten durch - wenn ich das mal so sagen darf.“ Beim ungewöhnlichen Bildvortrag der Bundesverteidigungsministerin herrscht Schweigen im CDU-Fraktionssaal, in dem sonst nicht über solche Themen wie die Flüchtlingskatastrophe an den europäischen Grenzen geredet wird. Von der Leyen will hier und heute Verständnis für die Flüchtlinge wecken, die von den Marinesoldaten in voller Vermummung empfangen werden - aus Angst vor der Ansteckung mit Krankheiten. Viele haben die Krätze.

Der Leeraner Reeder Alfred Hartmann dankt der Bundesmarine für den Einsatz. Sie könne professioneller helfen als die Handelsmarine. „Im letzten Jahr haben Schiffe mit 800 Einsätzen 40 000 Menschen aus dem Meer gerettet“, sagt Hartmann. Das Mittelmeergebiet kennt der Reeder gut, er hat es als Kapitän selbst oft befahren. „Ich möchte nie mehr mit meinem Schiff über Kinderrucksäcke fahren“, habe ein Kollege zu ihm gesagt, berichtet der Reeder mit Kapitänspatent. Er plädiert dafür, den Einsatz der Bundesmarine fortzusetzen, denn er nehme der Handelsmarine eine große Last ab. Klar, die Seenotrettung gehöre zum Ehrenkodex der Schiffer. Aber wenn ein Schiff aus Leer mit zwölf Mann Besatzung noch 88 Flüchtlinge aufnehme, dann könne auch der Schiffskoch überfordert sein. „Es ist auf vielen Schiffen schon zu Hungertumulten gekommen.“

Von der Leyen sagt, man müsse das Flüchtlingsproblem in den Herkunftsländern bekämpfen - auch die Schlepperbanden. „Wir brauchen eine Resolution des UN-Sicherheitsrates für ein robustes Mandat und eine Einladung der libyschen Regierung.“ Doch die sei schwer zu bekommen in einem zerfallenden Staat.

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