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Was wurde aus Garrelt Duin?

Niedersachsens Ex-SPD Chef Was wurde aus Garrelt Duin?

Garrelt Duin, Niedersachsens früherer SPD-Vorsitzender, hat in Nordrhein-Westfalen eine neue Heimat gefunden. 2012 holte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den Ostfriesen überraschend ihr Landeskabinett, heute ist er Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister.

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„Mir wird bestätigt, dass ich angekommen bin“: Garrelt Duin aus Hinte in Ostfriesland ist inzwischen NRW-Wirtschaftsminister. Foto: dpa

Quelle: Federico Gambarini

Hannover. In der niedersächsischen SPD war er lange Zeit der Ostfriese schlechthin. An die zwei Meter lang, den Drei-Tage-Bart stets gepflegt unrasiert, mit dem klaren norddeutschen Slang des Mannes, der etliche Jahre im Gemeinderat von Hinte saß. Zwischen 2005 und 2010 war Garrelt Duin Landesvorsitzender, galt bei den Sozialdemokraten als Hoffnungsträger, bis er sich in einer Affäre um einen SPD-Schatzmeister verzettelte und entschied, der Landespolitik Ade zu sagen. 2012 holte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft den Ostfriesen überraschend in ihr Landeskabinett.

Kein Heimweh

Hat er irgendwann seinen Wechsel bereut? „Nein, es gibt kein Heimweh“, sagt der Jurist, der sieben Jahre direkt gewählter Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Aurich war. Kennengelernt hat Duin die Ministerpräsidentin noch als SPD-Landesvorsitzender Niedersachsens. Schnell sei ein Vertrauensverhältnis zu Kraft entstanden, sodass ihm der Wechsel von der Bundes- in die Landespolitik und von Berlin nach Düsseldorf überhaupt nicht schwergefallen sei. Im Gegenteil.

Für ihn sei der Wechsel auch deshalb unproblematisch verlaufen, weil seine Frau aus Essen stammt und Freunde und Verwandte hier wohnen. Zudem fühle sich sein 14-jähriger Sohn in Essen sehr wohl. „Nordrhein-Westfalen ist sehr bunt, mit den Rheinländern hat niemand ein Problem, ich komme mit den Lippischen gut klar, weil das anständige Reformierte sind“, sagt Garrelt Duin. Er ist in der reformierten Kirche Ostfrieslands groß geworden und vor Kurzem in die Synode der rheinischen Kirche berufen worden - ein Ehrenamt, das der Protestant gewiss nicht nur mit Andacht bekleiden wird. „Mir wird bestätigt, ich sei jetzt wirklich angekommen.“

Ein „Ehren-Ostwestfale“

Duin kommt allerdings auch viel herum. Mindestes dreieinhalb seiner Fünf-bis-sechs-Tage-Woche verbringe er im Auto, sagt der Minister, der gern auch in die etwas weiter von Düsseldorf entlegenen Gegenden fährt und kürzlich den nicht im Ordensregister abgesicherten Titel eines „Ehren-Ostwestfalen“ von seiner Partei bekommen hat. Dass er die Leute und Firmen vor Ort besuche, sei besonders wichtig. „Ich weiß ja noch, wie man sich als Ostfriese gegenüber Hannover gefühlt hat. Man hat immer gemeint, dass die in der Landeshauptstadt einen überhaupt nicht wahrnehmen.“ Das sei in Minden oder Borken nicht anders als in Aurich oder Hinte.

Eng geworden ist inzwischen auch Duins Verhältnis zum SPD-Bundesvorsitzenden Sigmar Gabriel, der den gebürtigen Ostfriesen erst gefördert, zwischenzeitlich aber heftig mit ihm gestritten hat. Nach viel Auf und Ab sei das jetzt eine wundervolle Zusammenarbeit, etwa in der Tengelmann-Krise, sagt Duin. „Wir haben sehr ähnliche Themen.“ Duin hat keinen Zweifel daran, dass Gabriel ein sehr geeigneter SPD-Kanzlerkandidat sein werde, weil er sich ein Gespür für die Menschen bewahrt habe.

Das nimmt auch Duin für sich in Anspruch, der mit den Grünen mitunter über die Konsequenzen der Energiewende streitet und für die verbliebenen Kumpels in NRW. „Zu Kohle habe ich kein Verhältnis, aber zu den 10.000 Menschen, die in irgendeiner Weise damit zu tun haben, habe ich ein sehr emotionales Verhältnis.“ Im Übrigen habe er neulich, als er mal wieder seine ostfriesische Heimat besuchte, auch festgestellt, dass es nicht immer windig sei. Wenn „allzu leichtfertige“ Forderungen nach einem sofortigen Ausstieg aus der Kohle erhoben werden würden, dann hält der Sozialdemokrat Garrelt Duin guten Gewissens dagegen.

Gelassen in die Landtagswahl

Der Landtagswahl in NRW, die am 14. Mai stattfindet, sieht der Exil-Ostfriese gelassen entgegen. „Ohne die SPD ist hier nichts machbar.“ Vielleicht eine Jamaika-Koalition? FDP und Grüne seien hier „wie Feuer und Wasser“. Er habe jedenfalls keinen Plan B für die Zeit nach der Wahl, sei sehr zuversichtlich und im Übrigen Anwalt, sagt Duin. Ein erneuter Wechsel nach Norddeutschland kommt in keinem Fall infrage. „Wir gehen jetzt daran, in Essen ein Haus zu bauen.“ Er ist froh, ein Grundstück gefunden zu haben. „Ich habe ja auch vier Jahre gesucht.“

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