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Weil sucht Unterstützung in Brüssel

Klinkenputzen bei der EU-Komission Weil sucht Unterstützung in Brüssel

Klinkenputzen in Brüssel: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat bei seinem Besuch am Dienstag neben EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker auch mit Parteifreund Martin Schulz, dem Präsident des Europäischen Rates sowie Corina Cretu, zuständig für Regionalpolitik, gesprochen.

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„Machs’s gut, Stephan“: Kommissionspräsident Juncker (li.) und Ministerpräsident Weil.

Quelle: dpa

Brüssel. Die Anrede ist noch recht förmlich: „Wie geht es Ihnen, Herr Ministerpräsident?“, fragt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker seinen Gast Stephan Weil, als dieser im 13. Stock des Berlaymont ankommt, dem Sitz der EU-Kommission. „Gut“, sagt Weil. „Wie schön, dass es noch jemandem gut geht“, entgegnet Juncker trocken und zieht den Niedersachsen in sein holzgetäfeltes Büro.

Mehr als eine halbe Stunde sprechen der EU-Kommissionspräsident und der Ministerpräsident vor allem über die Flüchtlingskrise. Thema sind aber auch die sinkenden Stahlpreise und die Kalamitäten, denen auch Niedersachsens Stahlwerke im Kampf gegen Billigprodukte aus China und neue Verordnungen aus Brüssel ausgesetzt sind. Dann sind die beiden schon beim Du: „Mach’s gut, Stephan“, sagt Juncker zum Abschied. Er hat sich nicht nur als bekennender Fan von Eintracht Braunschweig geoutet, sondern weiß sogar um die spezielle Krise von Hannover 96. Doch das ist kein Thema, bei dem bei Weil Freude aufkommt.

So nah und so fern ist eben Brüssel, das Weil an diesem verregneten Dienstag im Schnelldurchgang besucht. Am Abend geben die Niedersachsen ihr traditionelles Grünkohlessen, das mit 400 Gästen zu den gefragten Abendveranstaltungen in Brüssel zählt. Weil nutzt die Stipvisite zu kurzen, aber intensiven Gesprächen mit der Kommission. Er will Informationen aus erster Hand, und vor Ort klarmachen, wie man „in der Fläche“ über die EU-Flüchtlingspolitik denkt, also ein Stück Bodenhaftung in die europäische Hauptstadt tragen.

Gleich drei EU-Kommissare geben ihm die Ehre, der Kommissionspräsident sowie Parteifreund Martin Schulz, der Präsident des Europäischen Parlaments. Bei Corina Cretu, zuständig für Regionalpolitik, geht es um Niedersachsens Weg, die EU-Förderung an den Mann oder die Frau zu bringen. „Ein in Deutschland einzigartiger Weg“, rühmen die Gäste selbst ihren Fonds, der auch in Brüssel Beachtung finden soll, während Reporter die Kommissarin nicht um ihre Meinung fragen können. Viel zu viel Sicherheitskontrollen im Berlaymont. Und eine Protokollchefin, die auch die Pforten der Hölle bewachen könnte.

Dafür ist der Zugang zum freundlichen Juncker viel leichter. Oder auch der zu EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, der trotz eines eher unsicheren Ausgangs des Flüchtlingsgipfels zwischen der EU und der Türkei vorsichtigen Optimismus versprüht. „Muss ich, bin Berufsoptimist“, sagt der gebürtige Aachener. Er spricht mit Weil über stärkere Kontrollen der türkischen Gewässer, über die Vorbereitung des nächsten Gipfels und versucht Verständnis zu wecken, dass die Türken nicht mit den von der EU versprochenen 3 Milliarden Euro auskommen werden. „Das Geld geht nicht an den türkischen Staat, sondern an das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen.“

Shake Hands, auf Wiedersehen, auf geht’s zum nächsten Kommissar. Und am Abend wartet das Grünkohlessen, mit dem Niedersachsen, sagt Weil, der „seinen kulturellen Fußabdruck“ in der EU-Metropole hinterlassen hat.

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