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Niedersachsen Weil will Medizinstudenten zum Landarzteinsatz verpflichten
Nachrichten Politik Niedersachsen Weil will Medizinstudenten zum Landarzteinsatz verpflichten
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08:12 05.10.2017
Ärzte sind nur schwer aufs Land zu locken. Quelle: dpa
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Hannover

Über eine Landarzt-Quote will Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Medizinstudenten für eine befristete Zeit zum Einsatz auf dem Land verpflichten. Es gebe einerseits in ländlichen Regionen Klagen über zu wenig Ärzte, andererseits eine deutlich höhere Zahl von Medizinern in den Städten, sagte Weil. „Wenn sich das nicht in überschaubarer Zeit durch Anreizprogramme der Kassenärztlichen Vereinigung ändert, werden wir eine Landarzt-Quote in der medizinischen Ausbildung in Niedersachsen einführen.“

Zehn Prozent der Studienplätze sollten künftig an Bewerber vergeben werden, die sich verpflichten, anschließend für zehn Jahre als Allgemeinmediziner im unterversorgten Raum zu arbeiten. „Das ist rechtlich möglich und von der Sache her geboten“, sagte Weil. Die Verpflichtung solle für einen Zeitraum von zehn Jahren gelten.

„Eine medizinische Ausbildung ist ein hohes Investment des Staates. Sie kostet alles in allem wahrscheinlich eine Viertelmillion Euro“, so der SPD-Politiker. Es sei deshalb auch angemessen, wenn der Staat steuere, an welchen Stellen diese jungen Mediziner gebraucht werden. „Wenn sich die Betreffenden ihrer Verpflichtung entziehen, sollte es eine Rückzahlungspflicht geben.“ Über die genaue Höhe müsse noch diskutiert werden. Man werde alles dafür tun, dass ländliche Räume keine Wohnorte zweiter Klasse werden, wenn es um die medizinische Versorgung gehe. Diese Diskussion werde auch in anderen Bundesländern geführt.

Den Einsatz von ausländischen Ärzten sieht Weil als Ergänzung. Dies könne aber wegen der Sprachbarrieren keine Strukturlösung sein. „Insbesondere Allgemeinmediziner in der Fläche brauchen eine ausgeprägte Sprachkompetenz“, sagte Weil.  

dpa

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