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Wenzel will Bauern stärker kontrollieren

Nitrat im Grundwasser Wenzel will Bauern stärker kontrollieren

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) will in diesem Herbst in erheblichem Umfang Kontrollen des Grundwassers anordnen. Sorge bereitet dem Minister die hohe Nitratbelastung von Böden in vielen niedersächsischen Landkreisen von Vechta bis Hannover.

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„Das Trinkwasser hat bei uns meist gute Qualität - noch“: In weiten Teilen des Landes sind die Böden mit Stickstoff belastet - es stammt oft aus der Düngung der Felder.

Quelle: Carsten Rehder

Hannover. Über 60 Prozent der Landesfläche Niedersachsens befindet sich nach Worten Wenzels in einem schlechten Zustand.

Der Umweltminister befürchtet, dass das belastete Grundwasser irgendwann die Trinkwasserversorgung Niedersachsens gefährden könnte, wenn jetzt nicht gegengesteuert wird. Denn das Land gewinne 86 Prozent seines Trinkwassers aus Grundwasser. „Das Trinkwasser hat bei uns meistens gute Qualität - noch“, sagt Wenzel. Doch jüngste Messergebnisse machten ihm Sorgen. „Wir bewegen uns zwar weitgehend im Bereich des Erlaubten, doch der Trend der Nitratbelastung geht erkennbar nach oben.“ Deshalb werde es in diesem Herbst bei etwa 100 Betrieben „anlassbezogene Kontrollen“ geben. Es dürfte sich überwiegend um landwirtschaftliche Betriebe handeln.

Eine im vergangenen Jahr erstellte Karte zeigt, wie hoch und wie umfangreich die Nitratbelastung des Grundwassers in Niedersachsen ist. 24 Landkreise sind besonders betroffen. Deshalb hat Wenzel bereits vor einem Jahr die betreffenden Kommunen angeschrieben und auf das von der Europäischen Union eingeleitete Vertragsverletzungsverfahren wegen Nichtumsetzung der Nitratrichtlinie hingewiesen. „Wir sind da schon im Verzug.“

Vor allem Grundwassermessstellen, deren Nitratwerte über dem Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter liegen und die zudem einen steigenden Trend aufwiesen, hat er unter die Lupe genommen. Jetzt will er mit weiteren Kontrollen an die möglichen Verursacher des verunreinigten Grundwassers heran. „Das ist eine Maßnahme, um die Einhaltung geltenden Rechts zu gewährleisten“, erklärt Wenzel.

Schließlich sei die Sauberkeit des Trinkwassers „als Lebensmittel Nummer eins“ eine essenzielle Frage, sagt der Minister. „Es darf erst gar nicht dazu kommen, dass das nitratbelastete Grundwasser auf das Trinkwasser durchschlägt. Dann wird es richtig teuer, weil die Wasserversorger dann das Grundwasser reinigen müssten“, sagt der Politiker - und warnt: „Die Verschmutzung von Trinkwasser ist in letzter Konsequenz Körperverletzung.“

Wenzel weiß auch, dass jetzt eingeleitete Maßnahmen lange brauchen, bis sie wirken. So brauche es in der Regel fünf bis zehn Jahre, bis Nitrate, die heute in den Boden eingebracht werden, das Grundwasser erreichten. Bei Böden, deren Abbaufähigkeit schon geschwächt, deren sogenannte Demineralisationsfähigkeit also überschritten sei, könne das belastete Grundwasser allerdings schneller herunterrauschen, erläutert der Minister. „Die Schadstoffeinträge würden also noch beschleunigt.“

Das Problem sei den Kommunen bekannt, man habe Runde Tische eingerichtet mit Vertretern der Landwirtschaftskammer und der örtlichen Agrarwirtschaft. Auch für die Beratung von Landwirten, die zu hohe Nährstoffeinträge vermeiden müssten, wende man bereits 16 Millionen Euro auf. „Aber wie immer im Leben gibt es auch einige schwarze Schafe.“ Denen wolle man jetzt mit den zusätzlichen Kontrollen auf die Spur kommen.

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