Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 4 ° wolkig

Navigation:
Wer wird der Nachfolger von McAllister?

CDU-Spitze Wer wird der Nachfolger von McAllister?

Wer folgt auf Parteichef McAllister? Wer wird Spitzenkandidat? „Das entscheiden wir später“, sagen viele – und kommen doch auf Ideen. Vor allem hört man immer wieder die drei Namen Althusmann, Thümler und Ferlemann kursieren.

Voriger Artikel
McAllister gibt CDU-Landesvorsitz ab
Nächster Artikel
Wie viele Flüchtlinge kommen noch, Herr Minister?

Wer folgt auf McAllister an der CDU-Spitze? Drei Namen hört man immer wieder: Bernd Althusmann (v.l.), Björn Thümler und Enak Ferlemann.

Quelle: HAZ-Collage

Hannover. Nun hat die CDU doch eine Personaldiskussion, die sie vor der Kommunalwahl unbedingt vermeiden wollte. Angestoßen hat sie der scheidende CDU-Landesvorsitzende David McAllister selbst mit seiner Bekundung, dass die Partei am 26. November nicht nur einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 zu küren habe, sondern auch einen neuen Parteivorsitzenden. Der Europaabgeordnete, seit 2008 Landeschef der CDU und hier sehr beliebt, hätte auch weitermachen können, doch will die Doppelbelastung nicht mehr länger tragen. Als die Kunde von McAllisters Abgang in Niedersachsen am Sonntag bundesweit herumging, spielte der Deutsch-Schotte sie bei Anfragen herunter. „Ist doch schon längst bekannt“. So auch die Reaktion der meisten Mitglieder der Landtags- oder auch der Bundestagsfraktion. Motto, war doch klar, dass McAllister das Zepter abgibt.

Diskutieren Sie mit über dieses Thema!

Jeden Tag werden hier auf HAZ.de ausgewählte Artikel zum Kommentieren freigegeben. Bis zu drei Tage nach Veröffentlichung des Textes können Sie mitdiskutieren. Sie finden die Anmeldung und die bereits abgegeben Kommentare etwas weiter unten auf dieser Seite. Viel Spaß beim Kommentieren!

Aber wer folgt ihm nach? „Noch ist alles offen“, sagt Björn Thümler, CDU-Fraktionschef im Landtag und somit der geborene Herausforderer von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Offiziell sei alles offen, weil die entscheidenden Gremien sich erst nach der Kommunalwahl am 11. September zusammensetzen und den Kandidaten oder die Kandidatin aufs Schild heben würden. Doch „die“ scheint bereits raus, auch wenn manche in der CDU noch spekulieren, Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen würde aus der Hardthöhe herabschweben, um in Niedersachsen das Erbe ihres Vaters Ernst Albrecht anzutreten. „Das hat sie hinter sich“, heißt es in der Partei.

So scheint nur offiziell bei der CDU alles offen, denn der Name Bernd Althusmann wird als möglicher Spitzenkandidat auffällig häufig zugeraunt. Althusmann, zwischen 2010 und 2013 niedersächsischer Kultusminister, gilt als enger Kumpel McAllisters. Der 49-Jährige ist vor einigen Monaten aus Namibia zurückgekehrt, wo er für die Konrad-Adenauer-Stiftung tätig war, und arbeitet jetzt für eine Personalberatungsfirma in Hamburg. „Es gibt einen Fahrplan, und jeder ist gut beraten, den nicht zu stören“, sagt Althusmann selbst, als die HAZ ihn fragt, warum er denn nicht endlich aus dem Schatten McAllisters heraustrete. „Ich freue mich, dass ich immer wieder genannt werde. Aber die Entscheidung müssen Landesvorstand und Präsidium treffen“, sagt er noch. Und: „Wer für die Niedersachsen-CDU kandidieren wird, ist offen.“ Es gebe nämlich keine Vorfestlegungen, alles andere wäre reine Spekulation.

Aber es gibt Trauer, etwa über den Abgang David McAllisters, dieses „Pfundskerls“, etwa beim Rotenburger CDU-Kreisvorsitzenden Heiner Ehlen, der früher einmal Landwirtschaftsminister unter Christian Wulff war. „Mit Christian Wulff und David McAllister waren wir in Niedersachsen schon ganz schön verwöhnt, etwa was die bundesweite Bekanntheit angeht“, sagt Ehlen. Wenn es denn auf Althusmann hinauslaufe, müsse man da wohl etwas bescheidener sein, meint Ehlen, der aber große Stücke auf den Lüneburger Althusmann hält.

Einer, der früher selbst als möglicher Spitzenkandidat genannt wurde, hat sich vor einigen Monaten selbst aus dem Rennen genommen, der Berliner Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Enak Ferlemann. Aber in einem möglichen Tandem zwischen Parteivorsitz und Spitzenkandidat, könnte er bereitstehen, sagt Ferlemann: „Das muss und hat der jeweilige Spitzenkandidat zu entscheiden, denn so etwas geht nur im absoluten Einvernehmen“, sagt der Mann aus Cuxhaven, der an die Ära Ernst Albrecht und Wilfried Hasselmanns erinnert. Aber auch Ferlemann redet, wie alle anderen, im Konjunktiv. Noch ist offiziell alles offen.

Als immer wieder offen für Neues gilt Landtagspräsident Bernd Busemann, der politisch, wie er sagt, gerade seinen „dritten Frühling“ erlebt. Er ist jedenfalls noch nicht der Landtagsarbeit müde und offenbar bereit, im Jahr 2018 wieder für seinen emsländischen Wahlkreis zu kandidieren. Den Eindruck, dass er Lust auf mehr verspüren könnte, weist der volkstümliche Emsländer nicht ganz von sich. Auch wenn er offiziell gar nichts sagt und andere sagen, dass Althusmann schon deswegen ausgeschaut worden sei, um Busemann zu verhindern. Aber, Psst, nicht weitersagen ...

Kommentar: Im Hinterzimmer

Die CDU hat sich entschieden, nur im Hinterzimmer zu besprechen, wie es weitergehen soll mit der Landespolitik. Warum jetzt schon einen Herausforderer von Ministerpräsident Stephan Weil benennen, wenn bis zur Landtagswahl noch mehr als anderthalb Jahre ins Land ziehen? Ein möglicher Misserfolg bei der Kommunalwahl würde dann nur dem Spitzenmann in die Schuhe geschoben, auch wenn der gar nichts dafür könne, so lautet das Argument. Deshalb nur verstohlene Hinweise darauf, dass wohl doch alles auf den früheren Kultusminister Bernd Althusmann hinauslaufen dürfte, der Format und Welterfahrung mitbrächte, allerdings so gut wie keine Popularität. Im Gegensatz zur SPD, die im Rennen um die Spitzenkandidatur den damaligen hannoverschen Oberbürgermeister Stephan Weil gegen den damals amtierenden SPD-Chef Olaf Lies ins Rennen schickte, scheut die CDU einen Schaukampf. Das lässt sie diszipliniert, aber langweilig erscheinen.

Von Michael B. Berger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Die Debatte wurde beendet
Die Debatte zu diesem Artikel ist beendet. Auf HAZ.de können Sie die Themen des Tages diskutieren – hier finden Sie die aktuellen und vergangenen Themen im Überblick.
Mehr aus Niedersachsen

Die Wahl ist entschieden: Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Auf unserer Themenseite finden Sie aktuelle Berichte, Analysen und Hintergrundinformationen zur Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. mehr

CDU-Parteitag in Hameln

Zum Landesparteitag der niedersächsischen CDU in Hameln haben sich rund 450 Delegierte versammelt, um über einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 zu entscheiden. Sie nominierten einstimmig Bernd Althusmann.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.