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Wird die Atommüllkippe eine neue Goldgrube?

Atomendlager Asse Wird die Atommüllkippe eine neue Goldgrube?

Die Rückholung der 126 000 Atommüllfässer aus der Schachtanlage Asse ist ein weltweit beispielloses Unterfangen. Der Erfolg des Projektes ist alles andere als sicher, die Kosten sind immens hoch. Laut einem Gutachten profitiert die Region schon jetzt von den Anstrengungen.

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Bis die ersten Atom-Abfälle aus der Asse gebracht werden, dauert es noch rund 20 Jahre.

Quelle: Ole Spata

Hannover. Hannover. Das Atomendlager Asse bei Wolfenbüttel ist in der Region ein echter Wirtschaftsfaktor. Darauf weisen jetzt der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, und der Chef der Asse GmbH, Hans-Albert Lennartz, hin. Sie haben in einem neuen Gutachten dargelegt, wie das Projekt zu einem Konjunkturprogramm geworden ist, das bundesweit bis zu 1700 Stellen geschaffen hat. König: „Diese Stellen umfassen sowohl die 565 direkt bei der Asse GmbH Beschäftigten als auch Stellen, die benötigt werden, um alle Dienstleistungen und Güter zu erbringen, die wir bei der Sanierung brauchen.“

Für die Schließung des Lagers für schwach- und mittelradioaktiven Müll und die Planung der Bergung der Hinterlassenschaften gab der Bund im vergangenen Jahr etwa 117 Millionen Euro aus, knapp doppelt so viel wie 2009, als das BfS das Bergwerk in staatliche Regie nahm. Den größten Anteil an den Gesamtausgaben habe dabei die Asse GmbH, die im Jahr 2015 rund 102 Millionen Euro zur Verfügung hatte.

"Für die Region auch Positives"

„Uns geht es darum darzulegen, dass das weltweit einmalige Umweltprojekt nicht nur eine Last ist, sondern für die Region auch Positives bringt“, sagte König. Das zeige auch das Gutachten, das das Niedersächsische Institut für Wirtschaftsforschung erstellt hat. Natürlich stünde bei den Ausgaben der öffentlichen Hand zur Stilllegung der Asse die Sicherheit im Vordergrund. „Aber auch einer strukturschwachen Region eröffnen sich Möglichkeiten.“ Von den geschaffenen 1700 Arbeitsstellen blieben 540 bis 570 direkt in der Region.

Auch der Bau des geplanten neuen Schachtes, mit dem die Asse-Fässer nach oben gebracht werden sollen, ergäbe ein Volumen von 590 Vollzeitstellen. Wann der neue Schacht 5 gebaut werden soll, konnte König noch nicht sagen. Die 2013 begonnenen Probebohrungen, die den Untergrund erkunden sollen, seien noch nicht beendet. Man rechne in diesem Jahr mit den Ergebnissen.

3 Millionen pro Jahr aus Asse-Fonds

Asse-Geschäftsführer Lennartz trat der viel gehörten Meinung entgegen, dass rund um die Asse oder in Wolfenbüttel die Bodenpreise fielen: „Das lässt sich nicht verifizieren, es gibt keinen Wertverfall.“ König zählt zu den Investitionen in die Region auch die jährlich 3 Millionen Euro aus dem Asse-Fonds des Bundes, der auf 30 Jahre angelegt ist und regionale Nachteile durch die Nähe zum Atomendlager ausgleichen soll.

Die Asse GmbH ist eine 100-prozentige Tochter des Bundes - im Gegensatz zu der Betreibergesellschaft, die im Atomendlager Schacht Konrad oder im Endlagerprojekt Gorleben tätig ist. Hier ist die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) in Peine zuständig, die zu 75 Prozent den Energieversorgern gehört. König begrüßte die Empfehlung der Endlagersuchkommission, auch diese Gesellschaft in staatliche Hände zu nehmen. Das führe zu einer Reduzierung von Konflikten. „Derzeit verhandelt die Bundesregierung über einen Verkauf der Anteile“, sagte er.

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