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Umstrittene Stiftung vor dem Aus?

Hans-Joachim-Martini-Stiftung Umstrittene Stiftung vor dem Aus?

Die in Hannover ansässige Hans-Joachim-Martini-Stiftung, die wegen umstrittener Gutachten in die Schlagzeilen geraten war, will ihre Eigenständigkeit aufgeben. Sogar eine Auflösung sei im Gespräch gewesen, bestätigte Stiftungsgeschäftsführer Hans-Dieter Bähre der HAZ.

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Wird die umstrittene Stiftung Hans-Joachim-Martini-Stiftung aufgelöst?

Quelle: Hagemann

Hannover. Die Martini-Stiftung, die bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) angesiedelt ist, bemüht sich nicht um ein Erscheinen in der Öffentlichkeit - und war der breiten Öffentlichkeit bis vor Kurzem unbekannt. Im Juni aber gab es Schlagzeilen, in denen der Vorwurf geäußert wurde, die Stiftung sei nicht unabhängig. Sie soll mit Geld aus Energieunternehmen, die vor allem auf fossile Brennstoffe gesetzt haben, industriefreundliche Gutachten belohnt oder gefördert haben. So prämierte die gemeinnützige Martini-Stiftung eine Studie, in der die Eignung Gorlebens als Atom-Endlager bescheinigt wurde. Eine andere Arbeit wurde ausgezeichnet, weil sie versuchte nachzuweisen, dass die Infraschallemissionen von Windrädern für den Menschen gefährlich werden können. Eine weitere Studie von BGR-Wissenschaftlern, in der Wasserdampf und Sonnenaktivitäten für den Klimawandel verantwortlich gemacht wurden, erhielt ebenfalls einen Preis.

Diese Schlagzeilen, die Bähre „eine gegen die Stiftung geführte Medienkampagne“ nennt, sei ein Teil des Problems, sagt der Geschäftsführer. Ein anderer, dass die Stiftung derzeit aufgrund der niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt Schwierigkeiten habe, die für ihre Arbeit notwendigen Finanzmittel zu erwirtschaften. Für ihre Arbeit brauche die Stiftung ehrenamtliche Mitarbeiter. „Es ist keineswegs sichergestellt, dass sich solche angesichts des schwierigen Umfelds und der geringen Wertschätzung, die ihre gemeinnützige Arbeit in Teilen von Politik und (Medien-)Öffentlichkeit erfährt, auch in der Zukunft für die Stiftung gewinnen lassen“, schreibt Bähre weiter.

Aus diesen Gründen sei „im Stiftungsrat auch schon über die Auflösung der Stiftung diskutiert worden“. Das sei aber verworfen worden, weil die rechtlichen Hürden sehr hoch sind - Stiftungsauflösungen werden von der Fachaufsicht des Landes nur als Ultima Ratio bewilligt, wenn es keine Möglichkeit mehr gibt, den Stiftungszweck zu erfüllen. Deshalb denke man jetzt in eine andere Richtung, so Bähre: „Erfolgversprechender erscheinen dem Stiftungsrat daher Modelle zur Zusammenlegung mit einer anderen Stiftung oder die Übertragung der Stiftungsverwaltung auf eine andere Einrichtung.“ Doch auch das müsse von der Stiftungsaufsicht genehmigt werden. „Eine abschließende Meinungsbildung zu diesem Thema ist noch nicht erfolgt“, so Bähre.

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