Der Zentralrat der Juden in Deutschland und der niedersächsische Geschichtslehrerverband haben massive Kritik am geplanten neuen Lehrplan in Geschichte für die Oberstufe geübt. Die Themen Nationalsozialismus, Holocaust und Judentum kämen nicht ausreichend vor. Es bleibe den Lehrern überlassen, wie sie eines der wichtigsten Themen deutscher Geschichte behandelten. Verbindliche Vorgaben gebe es nicht. Der Generalsekretär des Zentralsrats der Juden, Stephan Kramer, hat Mitte Juni in einem Brief an den niedersächsischen Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) geschrieben, dass gerade heute wichtig sei, „dass Nationalsozialismus und Holocaust auch in der Oberstufe behandelt und in einen breiteren Kontext eingeordnet werden, der zulässt, moralische Handlungsmaxime für die Zukunft zu entwickeln.“ Die täglich abnehmende Zahl der Zeitzeugen fordere eine angemessene Behandlung im Unterricht umso mehr.
Althusmann hat den Brief Kramers bislang noch nicht beantwortet. Er werde es aber noch tun, versicherte gestern eine Sprecherin. Das Thema liege dem Minister sehr am Herzen. In Kürze werde die Expertenkommission über die Einwände gegen das Kerncurriculum, auch die des Zentralrates, beraten. Der Vorsitzende des Verbandes der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen, Michael Fürst, bemängelte gestern, dass sein Verband am Anhörungsverfahren nicht beteiligt war.
Der Geschichtslehrerverband hat neben der Vernachlässigung des Nationalsozialismus noch weitere Kritikpunkte. So seien die Wahlmodule viel zu unpräzise, bemängelte Vorsitzender Martin Stupperich. Lehrer und Schüler würden verunsichert, eine vernünftige Vorbereitung auf das Zentralabitur sei unmöglich. Der neue Lehrplan sei nach der Auflösung der Landeszentrale für politische Bildung und der Kürzung der Mittel für Besuche in der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen ein weiterer Schritt in einer falschen Entwicklung, sagte Frauke Heiligenstadt (SPD). Ina Korter (Grüne) forderte gestern, den Kultusausschuss des Landtages in seiner nächsten Sitzung am 13. August über das Thema zu unterrichten.
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Kommentare
Eigene Meinung? auchich – 23.07.10
@ Studentin auf LehramtEin guter und wichtiger Beitrag. Leider gibt es immer wieder Menschen, die meinen, mit Übertreibungen Andere überzeugen zu müssen. Das sieht man auch beim Thema "Infotafeln rund um den Maschsee". Was dahinter steckt, kann man nur vermuten.
@ brrrr oder ichwusstees und daskommtdavon
Haben Sie sich nun für einen Namen entschieden? Sie schneiden ein interessantes Thema (Kampf im Klassenzimmer) an, aber auf dieser Ebene diskutiere ich nicht.
Sehe gerade dank "Spürnase", dass "Ihre Meinung" auch nur kopiert ist. Habe ich es mir doch gleich gedacht.
@ brrrr spührnase – 23.07.10
"Und was ich hier schreibe sind keine Hassparolen, sondern die Realität."was DU hier geschrieben hast? das hast du doch alles von der seite pi-news kopiert und hier bloß eingefügt. groooßer sport ;-)
naja, eigene meinung muss man ja auch nicht vorraussetzen
Warum erzählt ihr hier so einen Unsinn? Studentin auf Lehramt – 23.07.10
Der niedersächsische Lehrplan für die Jahrgangsstufen 6 bis 10 sieht einen chronologischen Überblick zur Weltgeschichte von der Steinzeit bis zur Gegenwart vor. daran haben sich die Lehrer zu halten.Die NS-Zeit und der Krieg werden in einem Rahmen von 9-13 Wochenstunden a 45 Minuten behandelt. Das bedeutet, der Nichtabiturient behandelt das Thema 3-4 Monate in insgesamt 4 Jahren.
Bis zum G8 war es so, dass erweiterte Auseinandersetzung in Leistungskursen statfanden, die frei wählbar waren.
Also ihr ganzen Vögel hier scheint wohl nie in einer niedersächsischen Schule gewesen zu sein oder ihr habt einfach nicht aufgepasst. Oder beides was ich stark vermute
@auchich brrr – 23.07.10
Wenn Sie wollen, dass Ihre Frau oder Tochter (falls vorhanden) eines Tages zum Tragen eines Kopftuches gezwungen werden, dann machen Sie nur so weiter.Und was ich hier schreibe sind keine Hassparolen, sondern die Realität.
Frau Özkan will, dass über Integration/Migranten nur noch "positiv" berichtet wird.
Sprich selektiven Journalismus.
Was halten Sie eigentlich von der Doku "Kampf im Klassenzimmer" vorgestern in der ARD? Deutsche Schüler werden von Muslimen terrorisiert und ad nicht nur in Essen?
Nach Frau Özkans Plänen darf über sowas zukünftig nicht berichtet werden? Ist das auch Ihr Wille?
Zu wenig??? FGR – 23.07.10
Dieser Kommentar wurde von der HAZ.de-Redaktion gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Nutzungsbedingungen unter: www.haz.de/nutzungsbedingungenOh je... Pauker – 23.07.10
"Die Themen Nationalsozialismus, Holocaust und Judentum kämen nicht ausreichend vor."Sehr geehrter Herr Kramer, wie oft glauben Sie hat nach Lehrplan der durchschnittliche Schüler etwas über Nazis, Shoa und Judentum in Geschichte und Religion gelernt?
Da darf dann ruhig auch mal in der 1,5 jährigen Oberstufe Platz sein für ebenso interessante geschichtliche Themen, oder?
Fortsetzung Hass auchich – 23.07.10
@ brrrr oder ichwusstees und daskommtdavonIch sehe gerade, dass Sie wohl einen guten Kopierer haben.
Hassparolen auchich – 23.07.10
@brrrr oder ichwussteesWenn Sie Ihre Meinung unter zwei verschiedenen Namen unter zwei verschiedene Artikel mit gleichlautendem Inhalt schreiben, wird sie auch nicht besser!
Knobloch bitte an Kasse 5 Ztangi – 23.07.10
Solche Änderungen kosten aber Geld, jede Reform kostet Geld. Könnte man dies nicht mit Diamanten bezahlen?Lehrpläne Geschichte Aufpasser – 23.07.10
Eine große Chance bietet sich an: In die Lehrpläne hinein die Machenschaften, Großbetrügereien und Diebstähle "armer" Juden wie Blankfein ( Goldman ), Chodorkowskij ( Raub russischen Volksvermögens ), ähnlich: Abramowitsch, Wekselberg; Soros ( Griechenland/ Euro- Betrug), Greenberg ( AIG- Versicherung/ Pleite ), Greenspan ( US-$- Betrug, Bernanke ( US-$- Betrug, Berggruen ( Karstadt_ Schwindel ), Lieberberg & Avram ( Steuerbetrug ! Weitere Beispiele gern auf Anforderung !@brr cosmo – 23.07.10
Und, was hat das mit dem Thema zu tun?Özkan will Pressefreiheit beschneiden brrrr – 23.07.10
Laut der Nordwestzeitung Oldenburg will Ministerin Özkan die Pressefreiheit beim Thema "Integration" (von Muslimen) beschneiden und dafür auf "kultursensible Sprache und Berichterstattung" setzen.Die Dame zeigt aber schnell ihre wahre Gesinnung (Fratze schien mir zu vulgär). Muslim und Grundgestz funktionieren nicht, desshalb muss das Grundgesetz geändert werden. Geht schneller und ist einfacher. Die restlichen 80 Mio "Nichtmuslime" hat das nicht zu kümmern.
Früher hieß so etwas "Gleichschaltung".
Wenn wir eines Tages auch noch eine überwiegend türkische Regierung hier haben, dann kommen sicher noch Gesetze, die es verbieten, das "Türkentum" zu beleidigen usw.
Dass der Islam ausschließlich positiv darzustellen ist, verateht sich von selbst. Schließlich geht es um "Integration".
Es ist schon der Hit, dass hierzulande die Regierung damit anfängt, im Interesse des Islam irgendwelche Medien stramm stehen zu lassen, um diese auf eine gewisse Form der Berichterstattung festzunageln.
Wer CDU wählt, wählt die Islamisierung.
Einmal reicht ! Zeckito – 23.07.10
Wir wollen doch bitte nicht den Holocaust zur Religion erheben, zumal im geschichtlichen Nachgang ja einiges diesbezüglich zum wiederholten Male passiert ist. Kosovo, Screbrenica, Ruando usw.Insofern reicht eine einmalige tiefe Auseinandersetzung mit dem Thema und keine Penetrierung des Schuldkomplexes bei Minderjährigen.
Was soll diese unsinnige Diskussion ? Wir brauchen selbstbewußte junge Leute für die Zukunft und keine mit überhäuften Schuldkomplexen beladenen jungen Leute die eine Ewigkeitschuld mit sich herumtragen.
Insofern ist die Diskussion HUMBUG & KOKOLORES !
Ratlos Joachim R. – 23.07.10
@ExPräsident: Und was haben UN-Resolutionen zu Palästina und Israel mit dem Zentralrat der Juden in Deutschland zu tun??? Ich bin da ratlos!Die Einschätzung einiger Kommentatoren, dass der Geschichtsunterricht kaum auf andere Epochen als den Nationalsozialismus eingeht, kann ich aus meiner schulischen Erfahrung nicht bestätigen. Griechen, Römer, Mittelalter, Franz. Revolution, Deutsche Geschichte des 19. Jahrhunderts, Weimarer Republik - vieles war dabei. Meine Abi-Klausur habe ich gar über ein DDR-Thema geschrieben. Ich denke zwar, dass der Geschichtsunterricht in Einzelfällen etwas einseitig sein kann, die pauschale Annahme er würde zu 70-80 Prozent nur die NS-Zeit behandeln halte ich aber für falsch. Hier scheinen einige eher zu viele Guido-Knopp-Dokumentationen geschaut zu haben: Hitlers Frisöre, Hitlers Haustiere etc. ;-)
Lehrplan Einhaltung nötig envy – 23.07.10
Vielleicht hat der ZdJ ausnahmsweise mal recht. Nach 13 Jahren Schule und Geschichts-LK (damals gabs noch 13 Jahre und LKs), hat meine schulische Geschichtsbildung von 1930-1948 ein Loch. Es ist nichts passiert, ich bin nicht sitzen geblieben, alle Lehrer waren gesund ich wurde immer versetzt. Parallelklassen hatten ein halbes Jahr "Nationalsozialismus" im Unterricht. Wir nicht. Offensichtlich muss man nicht den Lehrplan, sondern dessen Konsequente Einhaltung verbessern, das nicht jeder unterrichten kann, was ihm grade Spass macht. Denn das führt dazu das einer mit den Nazis jahrelang gelangweilt wird, während der nächste zum 4. Mal die alten Griechen durchackert. Die Mischung machts und ich bin mir sicher die steht auch im Lehrplan.Zu wenig? J.O. – 23.07.10
Natürlich sollten die Themen Nationalsozialismus und Holocaust (in jeder Schulform, nicht nur in der Oberstufe des Gymnasiums!) ausführlich behandelt werden; allerdings muss den Schülerinnen u. Schülern dann auch deutlich vermittelt werden, dass die Juden damals lang nicht die einzigen Opfer der Nazis waren! Ich kann mich beispielsweise nicht daran erinnern, im Geschichtsunterricht (9./10. Klasse 1997-99)irgendetwas über Hitlers Verbrechen an der Zivilbevölkerung zahlreicher (süd-)osteuropäischer Länder (Ukraine, Griechenland, Serbien usw.) gehört zu haben.Holocaust im Unterricht Anna – 23.07.10
In meiner Schulzeit war es ähnlich, es vergingen eigentlich keine zwei Jahre, ohne dass wir im Geschichtsunterricht die Nazi-Zeit behandelt haben. Allerdings finde ich es schon wichtig, dass das Thema in der Oberstufe behandelt wird, da man viele Dinge in der 5.-6. Klasse, wenn das Thema zum ersten mal auftaucht, einfach noch nicht begreifen kann. Zumindest mir war es damals nicht bewusst, was für Ausmaße der Völkermord hatte.Zentralrat Ducki – 23.07.10
Ich finde, man sollte ein komplettes Fach anbieten, was sich ausschließlich mit dem Thema befasst und von der 1. bis zur 12. (13.) Klasse unterrichtet wird.Unterrichtung gate3 – 23.07.10
Über die Nazizeit wird genug unterrichtet,man sollte mehr über den nahen Osten lehren,weil es dort seit Jahrzehnten zur Sache geht.Zentralrat der Juden.... bigbaumi – 23.07.10
das Thema NS begleitet unsere Kinder in der Schule 12 lange Jahre in der sie ausreichend Zeit haben, sich eine Meinung zu bilden ! Seit wann weiss der ZdJ was die oder eine moralische Handlungsmaxime für unsere Kinder darstellt? Wie oft wird eigentlich in Russland das Thema Gulag behandelt und in den USA das Thema Völkermord an Ureinwohnern?Danke sorry4 – 23.07.10
Ich glaube wir haben uns da gut "überschnitten" :)
Zu wenig? sorry4 – 23.07.10
Man hat Angst das dieses Thema zu wenig behandelt wird?Ich fasse das jetzt mal kurz aus meiner (Nach-)Schulzeit zusammen:
In der damaligen Orientierungsstufe wurde das NS-Thema langsam angegangen. Zur Realschulzeit war es dann bereits vorherrschend; ca. 90% des "Geschichtsunterrichts" behandelte dieses Thema. Zwei Ausflüge dazu. Bergen und ein Nebenlager.
In meiner Bundeswehrzeit ging das ganze dann weiter. Wieder Bergen.
Ich für meinen Teil hatte ab der 9. Klasse bei dem Thema schon auf "Durchzug" gestellt.
Wenn ich mich heute zurückerinnere habe ich eigentlich nur Infos aus dem 2. Weltkrieg. Gab es davor auch eine Geschichte auf diesem Kontinent? Dazu kann ich mich eigentlich nur erinnern das es endlose Zahlen und Datenkolonnen an der Tafel gab.
Das Thema ist wichtig, aber in diesem Land gab es auch andere Dinge! Das mag ein Grund sein warum ich bei allen Aussagen des ZdJ gleich einen Juckreitz bekomme...
Einseitig Mimi – 23.07.10
Ich sehe es anders und begrüße, dass auch andere Themen in das Programm aufgenommen werden. Während meiner Schulzeit beschäftigte sich der Geschichtsunterricht zu 70 % mit der Nazi Zeit. Von Freunden aus anderen Schulen hab ich gehört, dass sie den Anteil sogar auf 80 % schätzen würden. Das ist meiner Meinung nach gefährlich, da die Schüler ab einem gewissen Zeitpunkt "gesättigt" sind und einfach nicht mehr zuhören.Auf der anderen Seite ist das Bewusstsein zwar wichtig, was damals passiert ist, aber es gibt auch andere wichtige Themen, die bis heute ausstrahlen, wie der Imperialismus, die Kreuzzüge und die deutsche Teilung. Diese Themen fanden durch die Fixierung auf die Nazi Zeit bis jetzt kein oder kaum Raum.
Zu einseitige Kritik ExPräsident – 23.07.10
Die (wichtigen) UNO-Resolutionen zur Palästinafrage fehlen im Oberstufenlehrplan in Niedersachsen ebenfalls - stört den Zentralrat der Juden aber weniger ...