Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten.
Na, das ging ja fix. Ganz schnell hat die Kanzlerin noch einen Termin beim Papst eingetütet. Gibt in jedem Fall gute Bilder, unsere Angie und der neue, noch immer unkonventionelle Franziskus.
Hey, hey, hey: Da hört der Spaß auf, es muss doch irgendwo Grenzen geben. Da hat doch irgend so ein geschichtsvergessener Professor für Regionalgeschichte in Braunschweig behauptet, er sei so ausländerfreundlich, dass er sogar Studierende aus Hannover in seine Vorlesungen lasse, und prompt gibt es einen grimmigen Einspruch aus dem Hannover vorgelagerten Laatzen.
Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Nehmen wir die Kinderarbeit. In Bangladesch ist sie umstritten, in Bayern lukrativ. Zumindest im bayerischen Landtag. Sonst hätte der CSU-Landtagsabgeordnete Georg Winter ja nicht seine minderjährigen Söhne beschäftigt.
Im Harz kann man Hexen mieten, die urplötzlich in abendlichen Versammlungen landen, lausige Witze reißen und sich unter grausamem Gelächter einen Besen zwischen die Beine klemmen. Nichts kann diese Ansammlung meist mittelalterlicher Frohnaturen abhalten, ihren kegelklubmäßigen Frohsinn unters Volk zu streuen – selbst ein leibhaftiger Ministerpräsident inmitten höllisch gutgelaunter Sozialdemokraten nicht.
Wir sehen sie geradezu vor uns, wie sie dasitzt, mit weit aufgerissenen Augen, entsetzt, empört und verstört. Wie sie zum Schreibtisch eilt und in den PC hämmert: „Mit Fassungslosigkeit habe ich Ihren Vergleich meiner Partei mit der SED zur Kenntnis genommen“, schrieb SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles diese Woche an Bundesaußenminister Guido Westerwelle.
Schlechtes Benehmen, entnahmen wir neulich einem populären Blatt, fördere die Gesundheit, ja führe letztlich zu einer hohen Lebenserwartung. Der Satz entspricht zumindest einer tiefen Lebenserfahrung.
Heute, liebe Politikfreunde, wollen wir über kleine Tiere reden, die große Spieße produzieren können. Genau, über Stachelschweine also. Die können Spieße hervorbringen, die im Extremfall bis zu 40 Zentimeter lang werden.
Wer’s glaubt, wird selig: Uns hat der eisige Ostwind diese Woche die Tränen in die Augen getrieben, und was müssen wir da lesen? Der lang anhaltende Winter sei „kein Vorbote der nächsten Eiszeit“. Behauptet doch glatt ein Sonnensystemforscher aus dem vereisten Katlenburg-Lindau. Anderen Teilen der Nordhalbkugel gehe es nämlich besser.
Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten.
Unsere Redakteure im Hauptstadtbüro führen TV-Interviews mit Menschen, die etwas zu sagen haben.
Dramatischer Einbruch an der Börse in Tokio: Der Nikkei-Index für 225 führende Werte stürzte am Donnerstag um mehr als 1000 Punkte in den Keller. Zum Handelsende notierte das Börsenbarometer einen massiven Abschlag von 1143,28 Punkten oder 7,32 Prozent beim Stand von 14 483,98 Punkten.