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Mannomann, Mann am Mullah

Aus meinem Papierkorb Mannomann, Mann am Mullah

Michael B. Berger mit  einem satirischen Rückblick auf die Woche. Heute: Was die Schwäne der Queen mit Angela Merkel zu tun haben, eine Sommerreise ganz ohne Karibik-Gefühl und das Hase-und-Igel-Spiel des Sigmar Gabriel.

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Karibik 1,54 MB

Es gibt Fragen, die absolut jahreszeitlich bedingt sind. Wann beginnt das Sommerloch? Wozu einen eigenen SPD-Kanzlerkandidaten aufstellen, wo wir doch die Frau Merkel als Kanzlerin haben (Originalgedanke von Torsten Albig)? Wozu überhaupt wählen? Warum in aller Welt hat Gott auch die Nacktschnecken erschaffen? Wie viele Schwäne hat die Queen? Warum hat die Kanzlerin noch keinen Schwan? Den Kalauer, dass sie doch keinen Vogel hat, schenken wir uns. Immerhin ganze fünf Tage haben Zähler Ihrer Majestät die Tiere auf der Themse – es sollen an die 1200 sein – registriert und Jungtiere markiert. Seit dem 12. Jahrhundert gilt der „Schwanen-Zensus“. Denn noch vor wenigen Jahrhunderten galten die königlichen Tiere als Delikatesse, während heute selten ein Schwan auf dem Teller landet. Auch die früher als Fastenspeise äußerst beliebte Sumpfschildkröte gilt heute als schützenswertes Gut, das Umweltminister Wenzel jetzt im Steinhuder Meer wieder angesiedelt hat und das, liebe Ureinwohner, keinesfalls zur leicht salzigen Schildkrötensuppe veredelt werden sollte.

Weil hat diese Woche übrigens seine Sommerreise beendet, um sich in den richtigen Urlaub abzusetzen. „Karibik kannste knicken“, ließ er noch als Sinnspruch der Woche aus Norderney zurück. Sommerreise? Eine wunderbar luftige Erfindung der Neuzeit. Mit diesen Exkursionen überziehen die Politiker in diesen Tagen wie Nacktschnecken das Land, um das berüchtigte Sommerloch zu

füllen. Auch wenn ein Loch sich stets da auftut, wo nichts ist, finden sich immer mehr Politiker am Rande des Lochs, um es zu bestaunen. So entstehen wunderbare Bilder aus den Weiten des Landes: Mann barfuß im Watt, Mann am Schinken, Mann am Ruder. Mannomann.

Mann am Mullah spielte vergangene Woche SPD-Chef Sigmar Gabriel, als er als erster westlicher Spitzenpolitiker den Iran besuchte. Kaum waren die Sanktionen weg, war der Siggi schon da mit einer Wirtschaftsdelegation. Schnelligkeit war stets seine Stärke im Hase-und-Igel-Spiel; „Ick bin schon allhier.“ Nun haben in der SPD allerdings viele Genossen eine besonders lange Leitung, weshalb schnelle Vorsitzende sofort Ärger bekommen. Darunter haben schon Brandt, Schröder und andere gelitten. „Wat brauchste ’ne Idee, wenn Du’n Apparat hast“, formulierte Tucholsky.

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