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Martin Schultz und die fette Leber

Aus meinem Papierkorb Martin Schultz und die fette Leber

Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Heute: Von Martin Schultz und der fetten Leber.

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Es gibt ein paar Regeln, die sollten auch Kanzlerkandidaten beherzigen. Etwa, dass man mit Gänsen nicht über Weihnachten diskutieren sollte. Oder über die Essgewohnheiten der Franzosen, die die Foie Gras zum nationalen Kulturerbe erklärt haben. Foie Gras? Klingt eher nach Peer Steinbrück, der keinen Pinot Grigio unter zehn Euro hinunterbekommt. Passt allerdings tatsächlich auf Martin Schulz, der als deutsch-sprechender Würseler daherkommt, aber den veritablen Feinschmecker in sich nur selten offenbart. Etwa wenn er mit dem Chefkolumnisten der „Financial Times“ in Straßburg tafelt und dem zuraunt: „Ich empfehle Ihnen Foie Grass“. Nun hat Schulz, obwohl er dem Alkohol vor Jahrzehnten abgeschworen hat, ein ziemlich fettes Leberproblem. Denn Foi Gras heißt „fette Leber“ und ist als „Gänsestopfleber“ vor allem bei Tierschützern verpönt. Die werfen ihm vor, in seiner Vorbildfunktion als Politiker völlig versagt zu haben und der Tierquälerei mit der Leber auf dem Teller Vorschub geleistet zu haben. Nun ist die Zwangsernährung von Gänsen wirklich nicht feierlich aber der Verzehr einer Gänseleberpastete noch kein Verbrechen. Vielleicht sollte man darüber mal wieder mit dem Erbfeind diskutieren, der in Straßburger Feinschmeckerlokalen sitzt und allen Veganern den Stinkefinger zeigt...

Schultz 4,25 MB

Apropos Stinkefinger. Was haben Kim Yong-Un und Donald Trump gemeinsam - neben der Liebe zu ausgefallenen Frisuren? Nun, ein Faible für Fake News und für schwere Waffen. Aber es gibt auch Unterschiede. Während Kim Yong-Un Teile seiner Verwandtschaft auf einer Militärschau durch einen Raketenwerfer dahinraffte, schart Trump große Teile seiner Verwandtschaft um sich im Weißen Haus, gewissermassen als menschliche Schutzschilde. Nur hin und wieder zündet er die „Mutter aller Bomben“ im fernen Afghanistan und gibt vor, eine Schiffs-Armada nach Korea geschickt zu haben, während die gerade Kurs auf Australien nahm. Aber das ist eher ein Problem für Erdkundelehrer. Das wäre alles nicht so schlimm, wenn man sich nicht klarmachen müsste, dass man nicht in einem Film wie  „Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ sitzt, sondern mitten in der Realität.

Ach, manchmal wünschten wir uns so ein neues Gerät von Facebook, mit dem man direkt in die Gehirne seiner Gegner schauen könnte. Andererseits soll der Blick in die unendliche Weite der Leere nicht besonders lehrsam sein. Aber wie kommt es nur, dass in der schönsten aller möglichen Welten der Krieg wieder die Oberhand in den Hirnen zu gewinnen scheint?

Positiv Denken heißt das Rezept gegen die traurige Nachrichtenlage. In Rotenburg an der Wümme findet bald wieder die offene Deutsche Meisterschaft im Bierkistenstapeln statt. Kathrin Göring-Eckhardt, das schönste abstehende Ohr der Grünen, hat einen Neuen, wie sie der „Bild“ gestand. Ihr Thies ist ein stellvertretender Kirchenpräsident. Man habe sich über das kirchliche Engagement kennengelernt, hat sie gestanden: „Irgendwann haben wir beide gemerkt, dass da mehr zwischen uns ist.“ Mehr davon, noch mehr davon, das ist der Frühling mitten im Frost.       

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