Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
Saharahitze? Bitte nicht die Sinnfrage stellen!

Aus meinem Papierkorb Saharahitze? Bitte nicht die Sinnfrage stellen!

HAZ-Redakteur Michael B. Berger mit einem satirischen Rückblick auf die Woche: Heute über die Partei des Professor Lucke, die Warnzeichen bei der Sommerhitze und die ominöse Kreisbildstelle Helmstedt.

Voriger Artikel
Vorsicht, Freund hört mit!
Nächster Artikel
Von Polit-Ikonen und Nasenbären
Quelle: HAZ
Saharahitze 1,58 MB

Der Niedergang ist eigentlich viel interessanter als der Aufstieg. Man stelle sich einen Thomas Buddenbrook ohne Risikogeschäfte und anschließenden Verlust eines großen Kapitalvermögens vor – er wäre ein Langweiler wie die meisten Aufschneider, Aufsteiger und Erfolgsmenschen. Erst mit dem Niedergang umweht den Protagonisten ein Hauch von Tiefe und Tragik. Man denke nur an Heide Simonis und ihre wunderbare Wendung „Und was wird dann aus mir?“. Insofern betrachten wir den Professor Lucke und seine AfD, die uns bislang wenig interessierte, jetzt mit anderen Augen, insbesondere seinen Hilferuf dieser Woche, jetzt müsse doch endlich „Ruhe im Karton“ herrschen. Allerdings ist diese Forderung auch ein wenig gnadenlos. Denn man stelle sich nur vor, man säße mit der Dame Frauke Petry oder dem unvergesslichen Transatlantiker Hans-Olaf Henkel, für den kein Karton groß genug sein dürfte, in einer Kiste – und soll auch noch ruhig bleiben. Das scheint, liebe Transatlantiker, jenseits aller Maßstäbe von Barmherzigkeit und Vorstellungskraft.
Apropos Vorstellungskraft: Uns hat ja schon die Arabellion gereicht, die außer dieser Pest von Krieg nichts Vernünftiges den Menschen gebracht hat. Nun ist auch noch die Saharahitze zu uns herübergeweht, und die Pressestellen der Gesundheitsministerien überbieten sich mit Hitzewarnungen: Also, die Glocke nicht in die pralle Hitze hängen, das hemmt das Denkvermögen. Hitzschlag oder Kreislaufversagen drohen. Warnzeichen des Körpers seien, so Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt, „Kreislaufbeschwerden, Muskel- oder Bauchkrämpfe, Erschöpfungs- oder Schwächegefühl“. Also, das volle Programm. Und bitte nicht in dieser ohnehin überhitzten Situation die Sinnfrage stellen. Etwa, was die Saharahitze denn bei uns im protestantischen Norden verloren hätte. Oder ob dies nun Zeichen der Endzeit oder des Klimawandels seien. Egal. Die Hitze findet immer einen Grund, uns zu nerven. Wie die Rede vom Grexit.
Nicht unterschlagen werden soll an dieser Stelle die Nachricht, dass die Kreisbildstelle Helmstedt zwischen dem 9. und dem 23. Juli geschlossen sein wird. Kreisbildstelle Helmstedt – Worte, die einen warmen Klang haben. Erinnerung an Zeiten, als die Welt noch eine geschlossene zu sein schien und die Kreisbildstelle Helmstedt eine ähnliche Bedeutung hatte wie die Landeszentrale für Politische Bildung für ganze Generationen von Landtagspolitikern, die ihre Schließung bedauerten. Seitdem die Landeszentrale geschlossen ist, scheint die Welt wie aus den Fugen …
Andererseits: Auch vor zehn Jahren ging es, zumindest in Niedersachsen, ganz schön hoch her: geheime Boni, Lustreisen auf Konzernkosten, Betriebsräte, die sich schmieren ließen, und immer wieder der lustvolle Ruf: „Gebauer, wo bleiben die Weiber?“ Ach ja, VW ist auch nicht mehr das, was es einmal war – ein lustiger Konzern, geführt wie ein Familienbetrieb.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb

Die Wahl ist entschieden: Donald Trump wird der 45. Präsident der USA. Auf unserer Themenseite finden Sie aktuelle Berichte, Analysen und Hintergrundinformationen zur Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. mehr

CDU-Parteitag in Hameln

Zum Landesparteitag der niedersächsischen CDU in Hameln haben sich rund 450 Delegierte versammelt, um über einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2018 zu entscheiden. Sie nominierten einstimmig Bernd Althusmann.

Die Karikatur des Tages

So sehen unsere Karikaturisten die Welt.