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Staatsanwälte küsst man nicht

Aus meinem Papierkorb Staatsanwälte küsst man nicht

Michael B. Berger mit einem satirischen Rückblick auf die Woche – diese Woche unter anderem über alkoholisierte Aufsitzrasenmäherfahrer, Ursula von der Leyens Doktorarbeit und andere Ehrendoktorwürden und dem VW-Abgasskandal.

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Dass die Zeit irgendwie aus den Fugen geraten ist, zeigt sich nicht nur an wunderbaren Mondfinsternissen über Hildesheim, die die mittelalterliche Stadt noch dunkler machen, als es die Lokalpolitik je leisten könnte, sondern auch an merkwürdigen Meldungen vom Rande der Welt. Aufmerken sollten alle Apokalyptiker unter den werten Lesern, wenn das Wörtchen „Aufsitzrasenmäher“ in einer Polizeimeldung auftaucht. Dass dies immer häufiger geschieht, könnte auch als Zeichen der Endzeit gedeutet werden. So wurden in jüngster Zeit häufiger Diebstähle von Aufsitzrasenmähern aus Orten wie Neuenkirchen-Vörden oder Diepholz gemeldet, während man in Alfeld jetzt an der Grenze zwischen tiefster Nacht und früher Morgenstunde einen 39-Jährigen aufgriff, der mit zwei Promille auf einem Gehweg nach Hause ratterte. Und zwar auf einem Aufsitzrasenmäher. Der Mann konnte zwar das wunderbare Mehrsilbenwort nicht mehr unfallfrei aussprechen, sah sich jedoch immer noch in der Lage, das treue Gefährt durch die Nacht zu lenken. Wohl dem, der so ein Ding unter dem Hintern hat ...

Das wird unsere Bundesverteidigungsministerin mit Blick auf ihre Doktorarbeit vermutlich nicht mehr so formulieren, wobei man als halbwegs gebildeter Akademiker in diesen frohstoffarmen Zeiten schon glücklich sein kann, wenn man gar keinen Titel vorzuweisen hat, oder, noch besser, zu den Studienabbrechern zählt. Für eine politische Laufbahn scheinen akademische Ehren jedenfalls eher hinderlich. Und nicht jeder ist so gewieft wie Helmut Schmidt, der als Offizier und Gentleman startete, höchstselbst eine Sturmflut bezwang, und später während seiner Kanzlerschaft 24 Ehrendoktorhüte in Empfang nehmen konnte, nach der Regierungszeit noch weitere sowie sechs Ehrenbürgerschaften. Für die von Bremerhaven ist Schmidt nicht unbedingt zu beneiden ...

Nach Helmut Schmidt ist sogar eine zitronengelbe Rose benannt, deren betörender Duft angeblich das Herz eines jeden Gärtners so hoch schlagen lässt, dass die Ärzte schon zu Betablockern raten. Sie ist hitzebeständig und regenfest und auch jenseits von Hamburg oder Bremerhaven anzutreffen.

Nun auch ein paar Regeln zum guten Schluss: 1.) Mit dem Entsetzen treibt man keine Scherze. 2.) Staatsanwälte küsst man nicht, vor allem nicht, wenn sie aus dem Dunstkreis des Sündenpfuhls Wolfsburg oder aus der Region Braunschweig kommen. Die Aktenordnung der Braunschweiger Staatsanwaltschaft scheint auch von einer Schadstoffsoftware befallen und ein Fall für den Untersuchungsrichter. Denn wie anders ist zu erklären, dass die Staatsanwälte noch am Montag erklärten, es werde gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn wegen Betruges ermittelt, Tage später aber zugeben mussten, dass sie lediglich gegen unbekannt ermitteln. Weil sie eben auch überhaupt keine Ahnung haben, wer für den unendlich blöden Schlamassel zuständig ist.

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