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Von Angstgesichtern und Avataren

Aus meinem Papierkorb Von Angstgesichtern und Avataren

Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Heute: Von Angstgesichtern und Avataren

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„Welche Gesichter machen uns Angst?“ fragen Forscher der Technischen Universität Braunschweig in einem bemerkenswerten Projekt - und uns fielen da eine Menge Gesichter ein, als da wären Kim Yong Un, Max Schreck, Donald Trump, Till Schweiger bis hin zu Uli Hoeneß, der sich trotz seines Gefängnisaufenthaltes eine feinlebrige Wurstigkeit erhalten hat, wie sein jüngster Auftritt im Steuerparadies Liechtenstein bewies. Aber das ist nicht das Thema, denn die meisten eben genannten sind reale Figuren (was das innere Erschrecken nicht kleiner macht). Den Braunschweigern geht es indes um das Vermessen des „Unscanny Valley“, was nicht einfach mit dem Tal der Ahnungslosen übersetzt werden kann. Vielmehr geht um ein bisher unerklärtes, unheimliches Gefühl, das den Betrachter befallen kann, wenn er sich virtuelle Charaktere in Filmen anschaut. Es geht den Forschern um Kunstfiguren, am Computer generierte Charaktere, um Avatare, die zwar menschenähnlich wirken, aber irgendwie doch unheimlich bleiben. Wobei die Frage bleibt, ob es sich bei Trump nicht vielleicht doch um einen Avataren handelt und er nur deshalb so viele Familienmitglieder ins Weiße Haus geholt hat, um seinen Menschenähnlichkeit zu untermauern?


Kein Avatar ist jedenfalls Martin Schulz, der unser vollstes Mitgefühl hat, seitdem alle über den entgleisten „Schulz-Zug“ oder andere Ereignisse am Rande der Milchstraße lästern. Trau keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast, bleibt einer der erkenntnistheorethischen Grundsätze, die jeder studiert haben sollte, der sich an Meinungsumfragen ergötzt. Elixiere des Teufels sind sie. (Das war unser Beitrag zum Reformations- und Lutherjahr).

Die Reformation wäre übrigens vermutlich anders gelaufen, wenn der Papst damals über diesen Ketzer Luther mit der „Bunten“ geredet hätte. Die hat sich diese Woche vor den Noch-Ministerpräsidenten Schleswig-Holsteins, Torsten Albig gestellt, dem seine Partei die Schuld an der Wahlschlappe wegen eines „Bunte“-Interviews gab, in dem er wunderbare Macho-Sätze über seine Ex abließ. Etwa, dass die Arme mit ihm nicht mehr auf Augenhöhe reden konnte, weil sie „in ihrer Mutterrolle gefangen“ gewesen sei. „Persönliche Porträts von Politikern in ‘Bunte’ können auch Wahlen gewinnen“, hält das Klatschmagazin dagegen - und führt als Gegenbeispiel den FDP-Politiker Kubicki an. Der habe auch mit dem Magazin über seine Ex-Frauen geredet und bei der Wahl gewonnen, ebenso wie Annegret Kamp-Karrenbauer, die auch vor ihrer Wahl mit der „Bunten“ geredet habe. Also, Wahlkampfstrategen der SPD: Schickt alle, die vor einer Wahl stehen, zur „Bunten“, damit sie nachher mehr Wahlmöglichkeiten haben.

Und sonst? Ist neben dem Wolf der Biber in Niedersachsen auf dem Vormarsch, ebenso wie Bisamratte und Nutria, alles haarige Gesellen, höchst real und keine Avatare. Nur „Godzilla“, die häßlichste Meerechse, die Braunschweiger Forscher je entdeckten, bleibt auf den Galapagos-Inseln. Wie schön.

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