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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Hundstagen und Kanzlerinnen
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Hundstagen und Kanzlerinnen
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18:00 03.08.2018

Wenn das mal keine Zeichen der Endzeit sind. Die Sonne brennt und brennt, die Ostsee beginnt langsam zu kochen, Blaualgen übernehmen unsere Badeseen, Niedersachsens Bauern satteln um auf Weinbau und wegen der vermaledeiten Affen- oder Bullenhitze werden jetzt sogar die Pommes teurer. Ja wohl. Denn dank dieser Hundstage sollen die Knollen rarer und wesentlich kleiner werden, eine „dramatische“ Lage, sagt der Verband der Kartoffelindustrie. Selbst die dümmsten Bauern sollen nicht mehr die dicksten Kartoffeln ernten. Da man für die Produktion von Pommes eher Kartoffeln in Übergröße brauche, das Wetter aber eher kleine Erdäpfel erzeuge, werde man wohl auf Importware zurückgreifen müssen. Und die sei teurer. So spielt in diesem Super-Sommer halt eins ins andere.


 

Doch diesem hitzigen Tagen möchte man noch nicht einmal Polarbär sein. Denn das Risiko, von irgendwelchen Sicherheitstypen abgeknallt zu werden,die Touristen in Gebiete führen, wo sie eigentlich nichts zu suchen haben, ist nicht gering, wie uns finstere Bilder aus Spitzbergen diese Woche gezeigt haben. Da möchte man doch lieber „Knut“ heißen und Eisbär im Berliner Zoo sein. Allerdings hat dem auch nicht geholfen, dass Sigmar Gabriel einst die Patenschaft für den erkrankten Bären übernommen hatte. Nun steht das ausgestopfte Tier im Berliner Naturkundemuseum – und Gabriel hat seinen Genossen angeboten, sich nach dem Ableben ausstopfen zu lassen, damit sie ein Objekt haben, wenn sie mal wieder einen Schuldigen für die SPD-Malaise suchen. So spielt halt eins ins andere.

Aber die Bundeskanzlerin scheint nicht mehr mitzuspielen. „Wo ist Merkel?“, fragten viele Boulevardmedien, die ihren Lesern die traditionellen Urlaubsfotos mit wandernder Kanzlerin und mitwanderndem Gatten Joachim Sauer zeigen wollte. Doch nix da. Der Gatte wanderte (zumndest auf den Paparazzifotos) nach der gemeinsamen Eröffnung der Bayreuther Festspiele allein in Südtirol, während die Merkelin von Paparazzis in einer Münchner Oper gesichtet wurde. Kann schier nicht genug bekommen von Wagnerscher Monumentalmusik .Aber ist schon merkwürdig. Da skandieren einige immer wieder, die Merkel müsse weg, und wenn sie dann für ein paar Tage weg ist, dann ist auch nicht gut…

Da zeigt der Generalsekretär der Niedersachsen-CDU, der Landtagsabgeordnete Kai Seefried, schon eine ganz andere Präsenz. Von kommenden Montag begibt sich der dynamische Abgeordnete auf eine „360-Grad-Niedersachsen-Tour“ und dreht sich mehrmals um die eigene Achse. So besucht er Hameln, Rinteln, Nienburg, Melle, Osnabrück, Neukirchen-Vörden, Diepholz, Meppen, Rauderfehn, Saterland-Sedelsberg, Aurich, Neuharlingersiel, Hooksiel (diese Aufzählung gibt nur die ersten drei von zehn Tagen wieder), dass er sich schon bald den Titel „der laufende Meter“ verleihen könnte. Doch immer wieder sind merkwürdige Ortstermine hineingeschoben, in denen es heißt: „Grill den General“. Die Frage bleibt: Mit Pommes oder ohne?

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