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Von Nasenbären und der Todsünde Nummer Eins

Aus meinem Papierkorb Von Nasenbären und der Todsünde Nummer Eins

Michael B. Berger mit  einem satirischen Rückblick auf die Woche. Heute: Von Nasenbär Norbert und neuerlichen Fluchtgedanken, der Abhandlung eines osnabrücker Juraprofessors und den unschlagbaren Qualitäten eines Taumelkäfers.

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Endlich mal wieder eine positive Nachricht: „Nasenbär Norbert wieder zurück im Zoo“, meldet die Deutsche Presseagentur – und das Aufatmen in Osnabrück weht durch die gesamte norddeutsche Tiefebene. Fast eine Woche hatte das intelligente Bärchen die Stadt verunsichert, bis es Tierpflegern gelang, den kleinen, aber immer noch gutgenährten Nasenbären mit einem Kescher zu fangen. Nun sitzt Nasenbär Norbert, die wunderbare Alliteration, wieder im Osnabrücker Zoo und starrt Passanten an, erstaunt, etwas ratlos, aber gedanklich schon beim nächsten Fluchtversuch.

Wo wir grade bei Nasenbären sind: Mitunter bieten sogar die niedersächsischen Verwaltungsblätter interessante Einsichten in die Innensichten höchster Organe. In einer Abhandlung ließ jetzt der Osnabrücker Juraprofessor Jörn Ipsen „60 Jahre Niedersächsischer Staatsgerichtshof“ Revue passieren, ein Gericht, dem Ipsen selbst etliche Jahre vorstand. Ein höchst wichtiges Organ, wie der Präsident a. D. zurecht befand. Doch leider, leider werde die außerordentliche Stellung des Gerichtshofes als Verfassungsorgan in protokollarischer Hinsicht nun gar nicht recht gewürdigt. „Regelmäßig werden bei offiziellen Begrüßungen und der Platzierung von Gästen bei Veranstaltungen die Vertreter der Exekutive bevorzugt“, klagt Seine Exzellenz, der Präsident a. D. Und es sei keineswegs persönliche Eitelkeit, die ihn zu dieser Bemerkung veranlasse, schreibt der Jurist, der, wie er in einer Fußnote festhält, überdies noch feststellen musste, dass er nach dem Ende seiner Dienstzeit keine Einladung zum Sommerfest der Landesregierung in Berlin mehr erhalten hat. Wo platzierten noch die Lateiner die Eitelkeit als eine von sieben Todsünden? Richtig, auf Platz Eins.

Die richtige Platzierung ist unter den letzten Dingen, die uns bewegen, die wirklich allerletzte Frage. Ich rate nur, sich immer möglichst nah am Exit zu platzieren, dann ist man schnell raus, wenns pressiert. Apropos Exit: Er ist uns mittlerweile nahezu so vertraut wie der Grexit, den wir schon deshalb herbeiwünschen, weil wir die ARD-Sondersendungen vorm sonntäglichen „Tatort“ jetzt wirklich leid sind (wie auch das Schäuble-Bashing der vergangenen Tage). „Bashing“ heißt übrigens so etwas wie „heftiger Schlag“. Klingt modern und jedenfalls besser als Prügel für den Bundesfinanzminister, der als geschulter Steuerbeamter sehr wohl weiß, woher Barthel den Most holt ...

Apropos Most: Alten Wein in neuen Schläuchen gibt es immer wieder bei den Plenarsitzungen des Niedersächsischen Landtages, bei der der Tiervergleich zu den kühnsten rhetorischen Übungen zählt. Der CDU-Abgeordnete Kai Seefried verglich Kultusministerin Heiligenstadt jetzt mit einem Insekt, das auf Tümpeln und Teichen zu finden ist – mit einem Taumelkäfer. Seefried wollte damit sagen, dass die Ministerin nur um sich selbst kreise. Dabei ist der Taumelkäfer ein höchst schnelles und komplexes Wesen, das eines kann, was die Ministerin gewiss nicht vermag: über das Wasser laufen.

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