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Von Polit-Ikonen und Nasenbären

Aus meinem Papierkorb Von Polit-Ikonen und Nasenbären

Michael B. Berger mit  einem satirischen Rückblick auf die Woche. Heute: mit einem Hoch auf die Famillje, Nasenbär Norbert auf der Flucht und der Frage, ob Niedersachsen eher „wolfsverträglicher“ als Furtwänger-freundlich ist.

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Ja, gibt es denn kein Halten mehr? Immer mehr Lieferanten der politischen Humorproduktion verabschieden sich ins Abseits und noch Lebende werden nach dem Motto „online first“ ins Jenseits versetzt, und – jetzt das Überraschende – Griechenland ist immer noch im Euro. Doch der Reihe nach. Erst Varoufakis, diese Ikone fleischgewordener Virilität und Lebensfreude (Glatze, Helm und immer eine Blondine auf dem Sozius) – funkt einfach sein „Minister, No“ uns zu! Und dann noch der Herr Lucke, dieses genaue Gegenteil des ungestümen Griechen, weckt sich selber ein – und weg. Gerade hatte man sich an ihn gewöhnt, das Versteckt-Lausbübische an ihm entdeckt, das in jedem ordentlichen Professor steckt – da hat er ausgecheckt. Man wird fast rhythmisch in der Erinnerung. Die uns zum Ende der Woche auch noch einmal an Helmut Kohl gemahnte, der weiterhin am Leben ist, obwohl ihn eine zu fiebrige Onlineredaktion Freitagnacht schon ins Jenseits verabschiedet hat. Glückwunsch, Helmut Kohl! Er wird noch alle schaffen...
Das Leben ist halt erfindungsreicher als man manchmal denkt. Und wenn wir an Helmut Kohl denken, schiebt sich sogleich die falsch eingeschobene Kassette des NDR ins Gedächtnis, in denen der Kanzler allen Deutschen ein Frohes Neues Jahr 1986 wünschte, obwohl die Turmuhr schon das 1987 verkündet hatte. Keiner hatte es gemerkt, weil Kohl stets im selben Singsang dasselbe wünschte, vor allem der „Famillje“. Sie lebe Hoch!
Wo wir gerade bei der alten Leier sind; Es muss am Ministerpräsidentenamt liegen, dass nach einem bestimmten Zeitraum der Regierungschef des Landes Niedersachsen nach mehr „Tatorten“ mit dem blonden Gift aus München verlangt. Ja, die Furtwängler meine ich. Wenn die auf den Bildschirm steppt, liegen alle Ministerpräsidenten flach. Erst der Wulff, jetzt der Weil, der fast wie im Länderfinanzausgleich argumentiert, dass ein Furtwängler-Tatort im Jahr zu wenig wäre. Es gibt zumindest weniger Furtwängler-Tatorte als Wölfe in Niedersachsen, was die Frage aufwirft, ob dieses Land eher „wolfsverträglicher“ als Furtwänger-freundlich ist.
Wie jetzt den Übergang finden zu „Norbert“, dem Nasenbär aus Osnabrück? Ein Satz, wie: „Mitunter verirren sich eben auch Nasenbären in die Staatskanzlei“ wäre zu albern und dazu taktlos. Also kommen wir doch lieber übergangslos zu der Feststellung, dass „Norbert“ immer noch durch Osnabrück irrt anstatt im Zoo einem geregelten Dasein nachzugehen. Dass man das Tier unter den Osnabrückern kaum identifizieren kann, weil in der Friedensstadt auch eine Menge Nasen herumhängen, wäre eine böswillige Behauptung. Richtig ist hingegen die Meldung, dass es dem Platzwart einer Osnabrücker Sporteinrichtung nicht gelungen ist, des Tieres vermittels einiger Apfelstücke habhaft zu werden.  Denn als die Feuerwehr eintraf, war das kluge Bärchen schon verschwunden. Was lernen wir daraus? Nichts. Oder dieses: Dem Nasenbär, dem Nasenbär, fällt auf der Flucht das Bleiben schwer.

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