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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Sachsen und Schildläusen
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Sachsen und Schildläusen
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02:15 10.10.2016
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Es ist biblisch nicht überliefert, dass der Herr jemals irgendwo in Deutschland Hirn hat regnen lassen. Auch nicht im Tal der Ahnungslosen, wie Dresden einst genannt wurde, als die Mauer noch stand, und Dresden kein Westfernsehen empfangen konnte. Insofern war es nicht nur ein unfrommer Wunsch, den die Grüne Claudia Roth vor dem sächselnden, pöbelnden Pack vor der schönen Frauenkirche formulierte. „O Herr, lass Hirn regnen“, stieß Roth aus - und wir hätten nie gedacht, dass wir für eine der größten Nervensägen im politischen Betrieb Berlins jemals so viel Sympathie entwickeln würden. Doch der Herr versagte sich leider dem Wunsch der Grünen. So ging das Treffen Roths mit pöbelnden Ureinwohnern vor laufenden Mikrofonen hirnlos aus. Obwohl es heftig regnete.

Wenn der Herr schon regnen lässt, dann doch lieber Manna, das als „etwas Knuspriges, fein wie Reif“ im Zweiten Buch Mose beschrieben wird und so wie Honigtau schmecken soll. Vermutlich sind Schildläuse daran schuld, dass es Manna in der Bibel geregnet hat. Denn das Ausscheidungssekret der winzigen Tiere, das sie nachts in Form von durchsichtigen, ziemlich zuckerreichen Tröpfen von sich lassen, soll jenes Manna sein, von dem Kostgänger noch heute schwärmen.

Jetzt den Übergang zu „Brocken Benno“ zu finden, ist ziemlich gewagt, Aber am Tag der Deutschen Einheit, den einige Dresdner zum Pöbeln nutzten, hat „Brocken Benno“ wieder sich selbst bezwungen - und den Berg, den er zum achttausendsten Mal bestiegen hat. Vier Millionen Höhenmeter soll der rüstige Rentner dort haben, wo viele seiner Altersgenossen eher Pudding vermuten - in den Beinen. Er habe eben eine Vorbildfunktion, sagte der 84-jährige dem NDR. „Da kann man nicht sagen: Man hat keine Lust. Andere müssen jeden Tag zur Arbeit, Kinder gehen zur Schule und ich muss eben zum Brocken.“ Also auf, der Brocken ruft.

Andere wiederum müssen zur Golden Gate Bridge. Denn was ist ein Besuch in San Franzisko wert ohne ein schönes Foto mit der Mutter aller Brücken im Hintergrund? So sind auch der Governor of Lower Saxony, Stephan Weil, und sein Secretary of Domestic Affairs, Boris Pistorius, zum Ende ihrer entbehrungsreichen Delegationsreise zur Golden Gate aufgebrochen. Aber nicht nur, wie uns die Deutsche Presseagentur lehrt, wegen des Fotomotivs. „Die zwei Politiker tauschen sich dort mit den lokalen Behörden aus über Themen wie Sicherheit, Maut und Unterhaltungskosten.“ Soll doch keiner behaupten, es wäre ein Spaß durch Amerika zu reisen...

Apropos Spaß. Dem niedersächsischen Verkehrsminister Olaf Lies ist ja allerhand zuzutrauen, verkauft er sich doch stets aufs Allerbeste. Aber ein bißchen erstaunt waren wir schon, als wir diese Woche diese Meldung aus dem Verkehrsministerium identifizierten, wie es im Angeber-Journalisten-Neudeutsch heißt: „Land fördert Entwicklung eines wiederverwendbaren Raketenantriebs aus dem 3D-Drucker.“ Mal abgesehen, dass dies gegen alle Rüstungskontrollbemühungen verstieße, bleibt die Frage: Entwickelt Lies jetzt die V2?  

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