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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Sauenhaltern und Schnullerbäumen
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Sauenhaltern und Schnullerbäumen
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19:59 24.08.2018
Quelle: HAZ
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Ojej. Jetzt gehen auch noch die letzten Gewissheiten flöten. Galt Niedersachsen noch vor Jahren als Schweineland Nummer Eins unter den Bundesländern, als speckreiche Domäne, in der mehr Schweine als Menschen lebten, so steht dieser Ruf in Gefahr. Der Verband der Sauenhalter dröhnte diese Woche, dass fast jeder dritte Schweinemäster  ans Aussteigen denke –  eine Perspektive, die sich einer Sau im Kastenstand  noch lange nicht eröffnet. Zu strenge Auflagen und Vorgaben zur Abferkelung, zur Kastration und zum Kupieren der Schwänze seien die Gründe der Sauenhalter für den Ausstieg aus der Massenproduktion. Und alternative Verfahren zur betäubungslosen Ferkelkastration trieben die Preise in die Höhe. Herrje, angesichts solcher Zustände  möchte man kein Schwein in Niedersachsen sein, zumal „die Verschiebung der Ferkelerzeugung in andere Staaten“ bereits stattfindet. Obacht: Die Invasoren stehen bereits an der Grenze. So drängten Dänen und Niederländer  massiv mit Ferkeln in den deutschen Markt. Freunde: eine Riesensauerei bahnt sich an an.

Jetzt den Übergang zur Landespolitik zu finden, ist nicht ganz ohne, zumal den niedersächsischen Landtag geradezu Harmoniewellen durchfluten, seitdem sich SPD und CDU verbündet und bis auf Weiteres ewige Liebe geschworen haben. Die Szenen dieser Ehe gehen so weit, dass es sich der Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) diese Woche nicht nehmen ließ, seine vorher im Terminplan der Landesregierung aufgezeichneten Termine zu streichen, um gemeinsam mit seinem Wirtschaftsminister und Stellvertreter Bernd Althusmann den Masterplan Digitalisierung vorzustellen – einen Termin, den er vorher noch nicht auf dem Schirm hatte. Aber man will sich in der GroKo ja die Butter nicht vom Brot nehmen lassen. „Ich genieße  jede Minute, die ich hier mit Ihnen teilen kann“, säuselte Weil gegenüber den anwesenden Journalisten. „Ich finde es auch okay“, echote der Digitalisator Althusmann. Man gönnt sich ja sonst nichts...

…..eine Parole, der auch der wunderbare amerikanische Präsident Donald Trump huldigt. Mit einer Grandezza,die ihres gleichen sucht. Schweigegeld für Playboy-Modelle und Gelegenheitsprostituierte, mit denen er ein Verhältnis hatte? Kein Problem, sagt Trump, alles selbst bezahlt und nicht aus der Wahlkampfkasse. Solange jede Ferkelei aus der eigenen Portokasse bezahlt werden kann, scheint also alles kein Problem. Nur was meinte Donald, der Großartige, mit seiner Bemerkung, alle würden arm sein, wenn er des Amtes enthoben werden würde? Arm an Aberwitz? Arm an Arroganz? Arm an Armagnac? Gewiss nicht arm an Anstand.

Zum guten Schluss die gute Nachricht. Am 1. September kommt die Schnullerfee. Meldet der Landkreis Hameln-Pytmont, der alle Kinder seiner Region zum Schnullerbaum vor dem Gesundheitsamt an der Hugenottenstraße einlädt. Am Schnullerbaum könnten die Kinder „ihren Schnuller aufhängen, sich von ihm verabschieden und zu einem späteren Zeitpunkt auch besuchen und den Baum als tröstenden Freund kennen lernen.“ Oh, Du, gefühlvolles Hameln: Pass auf, dass die Schnullerbäume nicht in den Himmel wachsen...

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