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Von Sturmgewehren und Schreibschwächen

Aus meinem Papierkorb Von Sturmgewehren und Schreibschwächen

Michael B. Berger mit einem satirischen Rückblick auf die Woche – heute: von Alphabetisierungsmaßnahmen für Pegida-Mitglieder, den Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik und den Export des Sturmgewehrs G36 nach Nordkorea.

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Michael B. Berger mit einem satirischen Rückblick auf die Woche.

Quelle: HAZ

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Na, das ist doch endlich mal eine gute Nachricht. Der Bundesnachrichtendienst hat auch abgehört, obwohl die Bundeskanzlerin doch klipp und klar erklärt hatte, Ausspitzeln unter Freunden gehe nun gar nicht. Aber warum sollen unsere Jungs nicht auch in Erfahrung bringen, was die Amerikaner so in Afghanistan planen, wenn unsere transatlantischen Freunde sogar die Kontaktdaten deutscher Regierungsmitglieder abhören? Jetzt herrscht endlich Waffengleichheit – und eine Woge nationalen Hochgefühls müsste durchs Land plätschern.

Apropos: nationales Hochgefühl. Könnte die Bundesbildungsministerin nicht den in Dresden immer wieder pöbelnden Pegida-Mitgliedern ein paar Alphabetisierungsmaßnahmen spendieren, damit diese wenigstens ihre Protestplakate korrekt beschriften? „Sigmar“ schreibt man nicht mit „ie“, auch wenn diese ausgefallene Schreibweise den „Chef“ des Pegida-Bündnisses Bachmann belustigt haben soll. Der Herr hat eine merkwürdige Art von Galgenhumor. Oder sollte man nicht lieber einer anderen Forderung der schreibunkundigen Hinterwäldler nachgehen und endlich den „Säxit“ wagen, den Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik?

Überhaupt ist die Integration Sachsens in den Rest der Republik eine gewaltige Leistung der Nachvereinigungszeit, die viel zu wenig gelobt wird. Auch wenn Dresden einem immer noch vorkommt wie das einstige „Tal der Ahnungslosen“.

Der Übergang zum niedersächsischen CDU-Landtagsabgeordneten Jens Nacke ist jetzt rein willkürlicher Natur, denn Ahnungslosigkeit ist das Letzte, was ihn auszeichnet. Aber der im Parlament mitunter ungeschlacht wirkende Mann hat ein empfindsames Gemüt. Im Landtag beschwerte sich Nacke jetzt darüber, dass Ministerpräsident Stephan Weil wegen der akuten VW-Krise nicht mit einer großen Delegation nach Südafrika reise, sondern nur seinen Stellvertreter Stefan Wenzel schicke. Damit düpiere Weil die Partner in Südafrika. Dabei schickt die CDU-Fraktion jetzt doch Jens Nacke auf den Schwarzen Kontinent, das Sturmgewehr der Union.

Wo wir dabei gerade sind: Das Sturmgewehr G36 ist besser als sein Ruf. Die Waffe, die nach Laboruntersuchungen bei großer Hitze angeblich nicht mehr so gut treffen soll, habe sich im Gefecht als „besonders zuverlässig“ erwiesen, urteilte jetzt eine Kommission. Das Ding werde als „bedienungsfreundlich, leicht und kaum störanfällig“ angesehen, hieß es. Dumm nur, dass die schnelle Ursula schon beschlossen hat, die 167 000 Knarren alsbald auszumustern.

Warum die Dinger nicht nach Nordkorea verfrachten, wenn sie im Labortest so anders abschneiden als im Alltagsgefecht? Eine Problemlage, die an die VW-Affäre erinnert. Und zwar nicht, weil früher einmal einer behauptet hat, die Führungsstrukturen des VW-Konzerns glichen unter den früheren Chefs Piëch und Winterkorn „Nordkorea minus Arbeitslager“.

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