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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Tigerpythons und Özils Trikottausch
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Tigerpythons und Özils Trikottausch
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01:15 25.06.2018

Sie ist eine der wenigen Trickfilmfiguren, die es neben Donald Duck und den Simpsons  zu einem Stern auf dem weltberühmten Walk of Fame in Hoollywood gebracht hat. Dabei hatte ihr Schöpfer Walt Disney mit der Micky Maus gar nichts Größeres im Sinn. Aber gleichsam über Nacht wurde  die Trickfilmmaus zum Weltstar – und im 20. Jahrhundert so berühmt, dass sie selbst der Ingolstädter Horst Seehofer kennt. Der warnte nämlich am Freitag Bundeskanzlerin Angela Merkel davor, ihn als Bundesinnenminister zu feuern, und meinte zu dem von der CSU entfachten Asylstreit nur, hier werde „aus einer Mickey Maus ein Monster gemacht“. Das hätte Kater Karlo nicht frecher formulieren können. So wie die CSU derzeit vorgeht wird aus jeder Maus ein Monster. Der Berg kreißte – und gebar eine Maus.

Wo wir gerade bei Tiervergleichen sind: Seehofer erinnert uns derzeit an eine alte Tigerpython, wie sie jüngst an der Weser im Landkreis Hameln auftauchte. An eine alte Riesenschlange, die das Maul unendlich weit aufreißt und alles verschluckt, was sich ihr in den Weg stellt. Da hätte wohl auch Walt Disney verzweifelt, der im Dschungelbuch die Riesenschlange Kaa zeichnete. Die konnte singen und hypnotisierte alle Opfer, bevor sie zum Hauptgang kam. Doch dem Riesenpython „Horst“, das halten wir mal fest, geht alles Hypnotische ab. Da mag er noch sehr das Maul aufreißen.

Das ist jetzt schon ein schräges Bild. Aber was fällt einem schon ein, wenn die Sozialdemokratisierung der CDU in einer derartigen Rasanz voranschreitet, dass die Union in Sachen Selbstzerfleischung kaum noch von SPD zu unterscheiden ist. Mit dem Unterschied, dass kein Kevin Kühnert auftaucht, um in der CDU den Mogli zu geben. Auch der Söder nicht, der sonst vor keiner Verwandlung im fränkischen Karneval zurückschreckt.

Aber es ist schon zum Verzweifeln: das Abendland geht endlich unter, die Tage werden nach dem Sommerbeginn immer dunkler, die deutsche Fußballnationalmannschaft ist auch nicht mehr das, was sie früher einmal war, „Özil“ mag laut „Bild“ sein Trikot nicht mehr, und auch diese Kolumne kippt gleich ins Trübe, wenn...es nicht ein paar Lichtgestalten im niedersächsischen Landtag geben würde. Nein, keine Angst: Wir küren jetzt nicht den „Abgeordneten der Woche“. Aber erwähnen möchten wir hier den CDU-Landtagsabgeordneten Martin Bäumer, der eine Art Umwelt-Insel darstellt im trüben Meer der Gedankenlosigkeit. Bäumer bekannte sich diese Woche  hymnisch zur Elektromobilität, der er selbst anheimgefallen ist. Das Fahren mit dem Elektroautol sei in den ersten Wochen reizvoll gewesen, wie der Beginn einer neuen Beziehung: „Erst Feuer und Flamme, dann Ernüchterung, jetzt stabil.“ Ja, Männer und ihre Autos – die Beziehung erlischt auch nicht, wenn einer vom Diesel beim Elektromobil landet. Und das Schöne an der neuen Technik: Passanten merken gar nicht, wenn sie von einem solchen Ding überfahren werden. Um es mit Goethe zu sagen: „Spürest Du kaum einen Hauch.“

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