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Von Umkehr, alten Säcken, Bier in Hektolitern

Aus meinem Papierkorb Von Umkehr, alten Säcken, Bier in Hektolitern

Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Diesmal: Von verseuchtem Bier, der Umkehr des Silvio Berlusconi und was der Dönergenuss in Wien mit einem Luther-Ausspruch zu tun hat.

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Da muss man erst einmal seine Tagesration von 1000 Litern „Bierchen“ gepichelt und rein glyphosatmäßig satisfaktionsfähig sein, um diese Nachricht zu verdauen. Der Cavaliere verzichtet fürderhin auf die Fleischeslust. Richtig gehört, Silvio Berlusconi, einer der fidelsten Vertreter der politischen Kaste, will Vegetarier werden. Da denkt man beim Lesen doch, man hätte Botox in der Birne. Ausgerechnet Berlusconi betritt den Pfad der Umkehr, dieser wunderbare Vertreter des alten, sinnenfrohen und -entleerten Abendlandes. Statt Bunga-Bunga nur noch Veggie Day. Zwar wissen wir nicht, ob dem Cavaliere gänzlich der Appetit auf junges Gemüse vergangen ist, aber costoletta alla milanese kommt ihm nicht mehr auf den Teller. Er habe ja gar nicht vom Leiden der Tiere gewusst, sagt der Multimilliardär am Vorabend seines 80. Geburtstages. Auf der nach oben offenen Vom-Saulus-zum-Paulus-Skala besetzt Berlusconi als Vegetarier damit einen der vorderen Plätze. Und wir wissen nicht, ob wir darüber nun weinen oder lachen sollten.

So geht es uns auch mit den Österreichern. Ein merkwürdiges Volk. Nicht nur wegen des Wiener Schmähs oder Hitler. Schon wegen ihrer eigenartigen Ordnungsliebe. In Wien musste jetzt ein Mann 70 Euro Strafe zahlen, weil er in Hörweite eines Polizisten gerülpst hatte. Der Mann muss blechen, weil er gegen den ersten Paragrafen des Wiener Landessicherheitsgesetzes verstoßen hat. Und das betrachtet Rülpsen als Verstoß gegen den „öffentlichen Anstand“. Dazu zählt übrigens auch das Ablassen von „Darmwind“, weshalb vor Jahren bereits ein Grazer belangt worden sein soll. Der zahlte 50 Euro für einen Furz. Die Entgegnung, dass der große deutsche Reformator Luther gesagt haben soll „Warum rülpset und furzet ihr nicht, hat es euch nicht geschmecket?“, hilft in diesem Fall allerdings auch nicht weiter. Denn erstens war Luther kein Österreicher und zweitens stammt das Zitat nicht von ihm.

Ob der legendäre, aber falsche Luther-Satz auch für die Generation gilt, die „mit Karl Marx und Coca-Cola groß geworden“ ist? Wir fragen uns das, weil die „Bild“-Zeitung jetzt eine wunderschöne Liebesgeschichte enthüllte, die die Berliner Politszene angeblich vibrieren ließ. Bundesjustizminister Heiko Maas, the sexiest secretary of justice alive, soll ein Verhältnis mit einer in etwa gleichaltrigen Schauspielerin gehabt haben. Das ist nun perdu, Maasens Ehe auch, und uns bleibt nur ein wunderbares Doppelinterview von Maas und der Schauspielerin Natalia Wörner, die sich bei einem intensiven Gespräch über das Urheberrecht kennengelernt haben. Kinder der „Generation Marx und Coca-Cola“. Da sprach die Basis mit dem Überbau, was sind wir heute wieder schlau ...

Ein Gerücht ist übrigens, dass die „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ der Universität Göttingen vertagt worden ist. Sie findet wie geplant zwischen dem 3. und 4. März statt. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

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