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Von Würgeschlangen und Würgereizen

Aus meinem Papierkorb Von Würgeschlangen und Würgereizen

Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten. Heute: Dicke Pythons, Sigmar Gabriels Mittelfinger und Spatenstiche mit Olaf Lies.

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Seltsame Dinge geschehen am Rande unserer Straßen. So hat sich am Dienstag ein etwa 2,5 Meter langer und relativ dicker Python durch Reinfeld im Kreis Stormarn geschlängelt. Die Lübecker Polizei habe das Tier eingefangen, berichtet die Deutsche Presseagentur, und fährt fort: „Die Naturschutzbehörde Schleswig-Holsteins kümmert sich nun um eine geeignete Unterkunft für die Schlange.“ Siehe: Wir schaffen das. Aber nicht nur das. Auch in Niedersachsen wurden am selben Tag Würgeschlangen entdeckt. Und zwar auf dem Parkplatz Hasselhöhe nahe Hamburg. In einem Postsack. „Als die Beamten den Sack öffneten, sahen sie die Pythons. Die Tiere wurden mit auf die Wache genommen“, schreibt die dpa. Ob sie nach ihren Personalien befragt wurden, bleibt offen. Was lehrt uns dies? 1. Früher hätte es so etwas nicht gegeben. 2. Seltsame Dinge geschehen am Rande unserer Straßen ...

Von einem dicken Python auf Sigmar Gabriel zu kommen, ist jetzt nicht ohne Risiko. Aber da der Vizekanzler ja das Risiko liebt wie sein herzhafter Gruß an ein paar Nazis aus Salzgitter zeigt, gehen wir ganz bewusst das Risiko ein, zumal seltsame Dinge nicht nur am Rande unserer Straßen geschehen, sondern auch am Rande Salzgitters, wo sich randständige Nazis versammeln und bodenständige Politiker beleidigen. Den sogenannten deutschen Gruß mit dem Stinkefinger zu erwidern beziehungsweise ziemlich rüde Beleidigungen – wer wollte es Gabriel verdenken. Zumal dieses auch auf Autobahnen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Spiel- und Trinkplätzen verwendete Zeichen zu einem Allgemeingut geworden zu sein scheint wie auch zur Signatur sozialdemokratischer Kanzlerkandidaten. Wobei Peer Steinbrück niemals einen Pino Grigio nur für fünf Euro kaufen würde.

Seltsame Dinge geschehen indes nicht nur am Rande von Straßen, sondern auch auf manchen Äckern. So sieht man immer häufiger gut gekleidete Männer mit Anzug oder Schlips, die zu einem Spaten greifen und diesen unter einem heftigen Blitzlichtgewitter in den Boden rammen, obwohl bei Erdarbeiten mittlerweile Bagger zu Hilfe genommen werden, während nur im Schrebergarten der Spatenstich noch von eigener Hand gesetzt wird. Aber ein Spatenstich mit Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies ist optisch immer ein Erlebnis, egal, ob er ihn für den lang ersehnten Radweg zwischen Middoge, Tettens und Oldorf in Friesland setzt oder kommende Woche für die Verbreiterung der A 7.

Seltsame Dinge geschehen auch in Berliner Luxushotels, etwa im Steigenberger am Los-Angeles-Platz, in dem kürzlich der CDU-Landtagsabgeordnete Martin Bäumer nebst Gattin logierte. Tolles Personal, alles wunderbar, befand der CDU-Umweltexperte, bis er eine Rechnung für eine „Sonderreinigungsgebühr“ fand. Bäumer, der sich sonst um Kondensstreifen am Himmel sorgt, fühlte sich als Besitzer einer Schuppenflechte diskriminiert und machte die unfreundliche Behandlung öffentlich. Das Hotelpersonal habe den „Aufwand durch seine Krankheit mit Erbrochenem oder Hundehaaren verglichen“, erklärte der Abgeordnete. Igitt. Merke: Auch Trips in Luxushotels bergen Risiken.

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