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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Vorsicht, Freund hört mit!
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19:05 26.06.2015
Von Michael B. Berger
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Podcast: Vorsicht, Freund hört mit!

Oh, là, là. Da hat er aber abgelästert über unsere Merkelin, der Monsieur Hollande. Wie das internationale wastepaperbasket-ich-hab’-den-Kanal-voll-Recherchenetzwerk dieser Zeitung jetzt herausfand, hat der französische Präsident die deutsche Regierungschefin als „Soufflé im Blazer“ bezeichnet, also als eine Art leichte Eierspeise beziehungsweise als einen Auflauf, dessen luftige Größe aus der Verbindung des Brandteiges mit dem geschlagenen Eiklar entstehen soll. Und diese Ablästerei, die die NSA mitschnitt, hat sich auch noch im Beisein des damals gefürchteten sozialdemokratischen Trios Sigmar G., Peer S. („Hätte, hätte, Fahrradkette“) und Frank-Walter S. abgespielt (Klarnamen sind der Redaktion bekannt), die auch noch beifällig genickt haben sollen, als sich der Präsident so ereiferte. Das grenzt doch an Landesverrat! Wird im Ausland über die Kanzlerin abgelästert, dann hält man als Deutscher doch dagegen. Etwa so: Ein Fels in der Brandung ist sie. Und kein Soufflé im Blazer. Punktum. Basta. Ende der Durchsage. Auch für die mithorchenden Lümmel von der NSA!

Aber manchmal möchte man schon Mäuschen spielen, wenn sich die Herrscher dieser Welt über das auslassen, was sie wirklich bewegt. Fand die Queen das blaue Pferd wirklich so lustig auf dem Gemälde, das ihr der Bundespräsident überreichte? Oder empfand sie den Gauck eher als lustigen Vogel, der ihr Honneurs machte? Und was fand Prinz Philip so anregend an der „First Lady“ Daniela Schadt, die die Mätresse unseres Bundespräsidenten ist? Fragen über Fragen. Der frühere hannoversche Bundestagsabgeordnete Friedbert Pflüger war jedenfalls so übermannt von seinen royalistischen Gefühlen, dass er via „Bild“ verkündete: „Die Queen gehört zu Europa.“ Oh dear, zu wem denn sonst? Aber was machen wir dann mit dem Commonwealth?

Nicht mehr zu Europa gehört bald die Fregatte „Niedersachsen“, die jetzt ins Marinearsenal schwimmt und dort nach und nach zerlegt, ausgeschlachtet und verschrottet werden soll, wie die Deutsche Presse Agentur berichtet. Ein Nachfolgeschiff soll übrigens nicht in Sicht sein, was wir als Affront empfinden, zumal die Fregatte „Bayern“ immer noch fröhlich mit 20 bis 30 Knoten die sieben Weltmeere durchpflügt, obwohl ihr Freistaat über keinen Zugang zur offenen See verfügt und auch Horst Seehofer alles andere als einen maritimen Eindruck vermittelt.

Aber gehört Bayern noch zu Deutschland? Die Staatsregierung in München führt sich jedenfalls so auf, als wäre der „Sonderweg“ die Antwort auf den Ausfall der Ausländermaut und „Extrawurst“ die Hausmarke von Alexander Dobrindt. Mit deutschem Atommüll wollen die Bajuwaren jedenfalls ebenso wenig zu tun haben wie mit Stromtrassen, die vom Norden in den Süden führen. Dagegen kann unser Wirtschaftsminister Olaf Lies noch so viele Anzeigen in der „Süddeutschen“ schalten. Die Bayern schalten und walten, wie sie wollen. Nur keine Anzeigen in Niedersachsen.

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