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Zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen

Aus meinem Papierkorb Zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen

Niedersachsen-Redakteur Michael B. Berger mit seinem satirischen Rückblick auf die Woche. Heute von Fliegen, Frauke Petry und ihrem Schießbefehl und einem Ministerpräsidenten, der sich nach einem Weiberfastnachtsbesuch krank meldete.

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Zwei Fliegen 4,44 MB

Wenn der Kunstbetrieb brummt, muss nicht unbedingt immer eine amerikanische Superdrohne beteiligt sein, die demnächst auch den deutschen Luftraum kreuzen soll. In einem größeren Museum in Hannover sollen sie jetzt tatsächlich Tausende von Schmeißfliegen ausgesetzt haben, die einer eigentlich vollständig sinnentleerten Tätigkeit nachgehen. Sie werden den ganzen Tag mit Honigwasser gefüttert und fliegen dann so rum. Oder von der Wand. Oder an die Wand. Das Ganze ist Kunst. Tierschützer haben schon dagegen protestiert. Fliegen in einen Museumsraum einzusperren, sei keine artgerechte Haltung, brummen sie. Wer mag da widersprechen? Grundsätzlich sollte man keine Lebewesen in Museen sperren, von Museumswärtern einmal abgesehen, die schließlich dafür bezahlt werden, zu schauen, dass niemand mit einem Bild die Fliege macht. Das Beispiel aus Hannover zeigt erneut, wie verrückt unsere Zeiten sind, wo die Fliege an der Wand zum Menetekel wird. Aber wir wollen hier argumentativ nicht aus einer Fliege einen Elefanten machen, weil auch dies dem Gedanken des Artenschutzes widerspräche.

Der Übergang zu Frauke-Schießbefehl-Petry fällt jetzt schwer, weil wir ihr und ihren unbedachten(?) Äußerungen nicht unbedingt Artenschutz gewähren wollen. Sie hat mit ihren Sätzen zur Ultima Ratio gewiss zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen wollen, wie man früher sagte, als den Fliegen noch nicht ein Museumsbesuch mit Honigwasser versüßt wurde. Sie wollte vermutlich a) sich einmal wieder ins Gespräch bringen und b) austesten, was so möglich ist in dieser heillos erregten Zeit, in denen populistische Anwandlungen einen nur so antanzen. Aber gut, dass Frau Petry noch einmal an den Schießbefehl erinnert hat. War doch nicht alles schlecht früher, als sich der Eiserne Vorhang durch Deutschland und Europa zog … Achtung, aufgepasst, werte Leserschaft, das war jetzt ein Beispiel für Ironie, die sich dadurch auszeichnet, dass das Gesagte nicht unbedingt das Gemeinte sein muss. Das ist manchmal richtig gemein, weil bei ironischen Sätzen das Gemeinte eher das Gegenteil des Gesagten ist. Ein gutes Beispiel für Ironiker liefert nicht nur Horst-das-können-Sie-jetzt-alles-senden-Seehofer, sondern auch andere CSU-Fürsten, die aus Liebe zu Bayern russische Zaren umarmen oder die DDR mit Krediten subventionieren, wie einst Franz-Josef Strauß.

Wie kommen wir jetzt auf Strauß? Von Hölzchen auf Stöckchen, und weil Karneval ist. Niedersachsens Landesvater Stephan Weil ließ sich am Freitag krankschreiben, nachdem ihn am Donnerstag Lindener Närrinnen in der Staatskanzlei heimgesucht hatten und eine Zeitung titelte: „Table-Dance auf dem Schreibtisch der Macht.“ So lustig geht es in Hannover und in anderen Karnevalshochburgen des total verschunkelten Deutschlands zu, in dem die Fliegen die Museen und die Narren die Machtzentralen erobern. Als wäre es die normalste Sache der Welt.

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