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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Lehrern und leeren Worten
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Von Lehrern und leeren Worten
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01:15 04.02.2019
Michael B. Berger Quelle: HAZ

Na endlich. Es tut sich doch was an der Lehrerfront, endlich sind Arbeitserleichterungen sichtbar, die Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne den leidgeprüften Lehrern versprochen hat. Der Ministerpräsident höchstselbst, Landesvater Stephan Weil, hat am Mittwoch das Verteilen der Halbjahreszeugnisse übernommen und zwar in der IGS Süd in Langenhagen, das nahe am Flughafen und an Hannover liegt. Dem 16-jährigen Ali hat Weil dessen Halbjahreszeugnis ausgehändigt. Mit einem typischen Politikerspruch, der etwa seit der „Expo neuen Typs“ in Hannover im Jahr 2000 modern ist. „Da ist aber noch Luft nach oben.“ Eigentlich eine schöne Sache, so „eine Luft nach oben“. Zumindest, wenn man sich in einem sinkenden Schiff befindet und den Weg zu den oberen Decks sucht ...

Vermutlich sollte man eine der in deutschen Städten so beliebten Emissionsmessstellen mal an Luft hängen, die nach oben entweicht. Dann wäre die Feinstaubproblematik gelöst, in deren Zusammenhang sich Regierungschef Weil gegen ein Tempolimit ausgesprochen hat. „Die Realität auf unseren vollen Straßen hat diese Diskussion nicht nur eingeholt, sondern überholt“, sagte Weil. Es gebe es kaum noch Strecken, auf denen man durchschnittlich mehr als 130 Kilometer pro Stunde fahren könne. Da kann er nicht viel in Niedersachsen herumgedüst sein, wo bestenfalls ein Drittel der 1400 Autobahnkilometer ein Tempolimit hat.

Immerhin stagniert in diesem Flächenland der Raser und Drängler der Rückgang multiresistenter Keime, wie die Deutsche Presse-Agentur verkündet. 2018 seien landesweit 314 Fälle für Niedersachsen gemeldet worden, sechs weniger als das Jahr zuvor. „Nachmeldungen sind noch möglich“, sagte eine Sprecherin. Also, Keime, rast nach Hannover, wenn ihr die Statistik noch hochjazzen wollt.

Für den Übergang zu unserem alerten Umweltminister Olaf Lies, der durch seinen neuen Bart rein optisch einem Wolf immer ähnlicher wird, fehlt uns eigentlich die Luft nach oben. Aber dennoch wollen wir Lies loben, weil ihm immer wieder etwas Neues einfällt. Nein, nicht zum Wolf, den er jetzt abschießen will. Auch nicht zur Kohlekommission, obwohl noch gar nicht klar ist, wie viel Kohle sie nach Helmstedt rüberwachsen lassen will, weil dort der Braunkohletagebau längst eingestellt wurde. Nein, zum Moorbrand hat sich Lies’ Pressestelle etwas Feines ausgedacht: Es gibt jetzt statt Interviewterminen sogenannte O-Ton-Fenster mit Lies, was wohl Originalton heißen soll. Also sprechende Fenster mit viel Luft nach oben.

Von Michael B. Berger

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