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Der wahre Feind am Glühweinstand

Aus meinem Papierkorb Der wahre Feind am Glühweinstand

Michael B. Berger mit einem satirischen Rückblick auf die Woche. Heute über den Diesel des Bischofs, "German Angst" und den Frühling im Advent.

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Wir hatten immer gedacht, dass so ein Landesbischof wie Ralf Meister mehr auf die Waage bringt. Aber sein Benz, Blue tec und äußerst hybrid, stößt nur 103 Gramm CO2 pro Kilometer aus, also relativ wenig Schadstoff. Etwas mehr als eine Tafel Schokolade. Die Deutsche Umwelthilfe hat das genau nachgerechnet und findet es super, obwohl Meister eher auf Diesel steht. „Motorschlitten der Kirchenoberhäupter sind zunehmend klimafreundlich“, titelt die Deutsche Umwelthilfe und zeigt, schon ganz weihnachtlich, einen mit Geschenken statt mit Bischöfen drapierten Rentierschlitten – obwohl die meisten Oberhirten eher auf Mercedes, 5er BMW und Audi A 6 stehen. Unser alljährlicher Hinweis, dass Jesus auf einem Esel dahergeritten kam, darf nicht fehlen. Aber das war noch zu Zeiten vor Abschluss des Reichsdeputationshauptschlusses und vor der Einführung der Kirchensteuer. Ja wir haben keine Angst, an diesem IS-freien Kolumnenort auch mal so ein Wörtchen wie „Reichsdeputationshauptschluss“ fallen zu lassen, das letzte bedeutende Gesetz des Heiligen Römischen Reiches, dem ein kleiner Korse so zusetzte, dass kleine Männer noch heute als große Bonapartisten gelten können.

Aber das lenkt ab vom eigentlichen Thema, der „German Angst“, die jetzt angeblich den deutschen Weihnachtsmarkt beherrscht. Da unser Angstsystem ohnehin „auf der Stufe eines Huhnes“ steht, wie uns die „Neue Presse“ in diesen Tagen lehrte, sollten wir wachsam sein. „Am Glühweinstand kann Herpes lauern“, berichtet die Deutsche Presseagentur. Wir schließen uns dieser Warnung vollinhaltlich an. Die Hamburger Apothekerkammer weist darauf hin, dass die fiesen Bläschen durch schlecht gespülte Tassen oder Gläser hervorgerufen werden könnten. Und obwohl antivirale Salben bei Salafisten wenig wirken, reichen sie am Glühweinstand zum Gegenschlag.

Aber ob Glühwein bei diesem lauen Wetter wirklich hilft? Hier und da drehen die Marienkäfer schon wieder ihre Runden, den bereits fest für den Dezember angepeilten Nebenjob des Schneehöhenmelders kann ich auch getrost vergessen, der Frühling schlägt mitten im Advent Kapriolen, was so viel heißt wie Luft- oder Bocksprünge machen. Dies geschieht jedenfalls in ziemlich lauer Luft – und nicht so hoch, dass man damit olympische Maßstäbe setzen könnte.

Diesen Satz haben wir nur eingebaut, um einen Übergang zur Olympia-Pleite Hamburgs zu finden, einer Stadt, die sich jetzt in der ehrenwerten Reihe von Olympiaverächtern wie Boston, München, Mailand oder Toronto findet. Vielleicht sollte sich Hannover um die Olympischen Spiele bewerben – eine Stadt, in der es einer Weltausstellung bedurfte, um endlich die Pferdeturmkreuzung für den Messeschnellweg zu untertunneln. Allerdings hat der hannoversche Oberbürgermeister Stefan Schostok, ein eher blasses Hemd, nicht den diktatorischen Durchgriff auf Hannover wie ein Viktor Orban auf Budapest.

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