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Die Probleme möcht‘ man haben

Aus meinem Papierkorb Die Probleme möcht‘ man haben

Niedersachsenredakteur Michael B. Berger blickt am Ende jeder Woche in seinen (virtuellen) Papierkorb – und erzählt die Nachrichten, die liegen geblieben sind, aber doch Beachtung finden sollten.  

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Quelle: HAZ

Wie viel Ehrlichkeit verträgt die Politik? Die Frage stellt sich, seitdem Martin Schulz im „Spiegel“ sein Inneres nach außen gekehrt und Einblicke hinter die Kulissen gegeben hat, die Reporter normalerweise nicht bekommen. Einsam kämpft er weiter, der aufrechte Mann aus Würselen („Die Leute finden mich peinlich, die lachen doch über mich“), umstellt von Beratern, die alles besser wissen. Wahlkampfberater -noch schlimmer als die Trias „Freund, Totfeind, Parteifreund“. Und dann der Geist Sigmar Gabriels über allen Wassern... Aber am Donnerstag hat der Mann aus Würselen mit dem wundersamen rheinischen Singsang ausgerechnet in der Hauptstadt der Fischköpfe Zuspruch bekommen, in Cuxhaven. „Ich habe die Partei noch nie so geschlossen gesehen“, hat er gesungen. Na immerhin das. Geschlossen über 20 Prozent.

 Wie viel Ehrlichkeit verträgt die Politik? Dieser Frage musste sich dieser Woche auch der CDU-Kandidat Bernd Althusmann - nein falsch, Althuuuuuuuuusman, laut ARD-Aussprachedatenbank - also AtHUSmann stellen, über den die angeblich sozialen Medien einen echten sauren Regen fluteten, nachdem er für einen Fernsehtalk nicht ins Studio Hamburg, sondern ins Funkhaus Hannover gefahren war. Dass er für seine Verspätung vor allem die vielen Straßenbaustellen in Hannover verantwortlich machte, brachte Rot-Grün endgültig auf die Palme. Denn auf ihre Baustellen lässt Hannover nichts kommen. „Entlarvt“ habe sich der CDU-Herausforderer, schrieb Grünen-Landeschefin Meta Janssen-Kucz („Kutsch“, zischt die ARD-Aussprachedatenbank). Und SPD-Generalsekretär Detlef Tanke („Tanke“ wie „Danke“ nur mit „T“) unterstellte AtHUSmann weitere Betrugsabsichten: „Offenbar hat er sich sogar noch auf die Autobahn fahren lassen, nur um ein Foto zu machen, das diese Lügengeschichte belegt.“ Glücklich das Land, das solche Probleme hat...

Während Hannover sich derzeit als Hauptstadt der Baustellen und Brückensperrungen präsentiert, bleibt die Bundeshaupstadt Berlin die Metropole des ungebremsten, aggressiven Verkehrs. Das hat jüngst eine Umfrage ergeben, nach der Berlin die meisten Rowdies auf der Straße hat. während in Köln, München und Stuttgart etwas weniger Banausen auf den Straßen hausen. In Niedersachsen führt übrigens Braunschweig die Liga der Aggros an, was uns nicht weiter wundert, weil doch Einiges an zivilisatorischem Fortschritt Hannover von Braunschweig trennt. Und das schon seit der Industralisierung (und nicht nur im Fußball). Dafür haben die Braunschweiger ihre „Traditionsinseln“ in der City. (Mit dieser kleinen Braunschweig-Betrachtung komme ich nur dem Wunsch vieler Leser nach, doch mal wieder etwas Lästerliches über Braunschweig zu schreiben...)

Und zum Schluss die gute Nachricht: Deutschlands Hausmüll-Hochburg liegt außerhalb Niedersachsens - in Bremerhaven. Dort produziert ein Einwohner jährlich 347 Kilogramm Hausmüll jährlich, gefolgt von Bottrop und dem Landkreis Trier-Saarburg, die auf durchschnittlich 340 Kilogramm Restmüll kämen. Sagt eine Umfrage. Was wären wir ohne Umfragen? 

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