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Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Einfach mal die Klappe halten!
Nachrichten Politik Podcast-Glosse: Aus meinem Papierkorb Einfach mal die Klappe halten!
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18:01 29.07.2011
Von Michael B. Berger
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Des Rätsels Lösung: Einfach nur mies drauf sein – zu Ehren des Architekten Mies van der Rohe, der dieses Jahr 125. Geburtstag hätte. Glückwunsch aus Hannover an die Veranstalter der sicherlich miesesten Party in Berlin.

Ich will mich hier mal outen als bekennender Miesmacher, denn manchesmal kann man es hierzulande ja kaum aushalten, so lebensbejahend, wie die Norddeutschen sind. Gehen Sie mal zum Maschseefest in Hannover. Feiern, bis die Schwarte kracht. Völlerei vom Feinsten. Und erst die Kommunalwahlveranstaltungen ... Überall hüpfende, fröhliche Menschen, denen der verregnete Sommer schier gar nichts ausmacht. Die CDU hat am Donnerstag ein Wahlplakat vorgestellt, das einen türkischstämmigen Schützenkönig, zwei nette Blondinen, einen Feuerwehrmann und unseren Lieblingsschotten McAllister auf einen darniederliegenden Fotografen runterlächeln lässt. Alle grinsen, als hätten sie soeben Tollkirschen verfrühstückt. „Typisch CDU“ steht auf dem Plakat. Das lassen wir mal unkommentiert. Aber keine Frage, beim Marsch durch die Institutionen sind die Mitglieder der Spaßgesellschaft jetzt in höchsten Regierungsämtern angelangt. Und kein Mensch kann sie stoppen.

Da ist es nur konsequent, dass unser Mac im August die „Buddy Bären Ausstellung“ im Osnabrücker Zoo eröffnet. „Buddy“ heißt so etwas wie Kumpel. Der Bär als Kumpel. Naja, wie sich Künstler eben so einen Bären vorstellen: freundlich, zottelig, kumpelig, auch wenn dies schier nichts mit dem Raubtier zu tun hat, das in jedem Bären schlummert. Aber in Deutschland wird die Bären- ja nur noch von der Affenliebe übertroffen ...

Apropos Bärenliebe: Neulich hat sich der Pate von Knut, dem leider viel zu früh verstorbenen Eisbären aus dem Berliner Zoo, zu Wort gemeldet. Genau, unser knuddeliger SPD-Bundesvorsitzender „Siggi“ G. aus Goslar, von Altkanzler Schröder zu Unrecht als Weltökonom tituliert. Die fremdenfeindliche Stimmung in Europa habe letztlich die Attentate in Norwegen begünstigt. In einer Gesellschaft, in der das Bürgertum Herrn Sarrazin applaudiere, gebe es an den Rändern Verrückte, die sich „letztlich legitimiert fühlten, härtere Maßnahmen anzuwenden“, dampfplauderte unser Siggi aus Goslar. Als käme er direkt von einer Buddy-Parade.

Der Podcast zum Herunterladen:

Wir greifen zur allerhärtesten Maßnahme und zitieren jetzt unsere Lieblingssozialdemokratin Johanne Modder aus Bunde. Sie bringt es auf den Punkt: „Einfach mal die Klappe halten.“

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Da sage doch keiner, dass in den niedersächsischen Weiten im Sommerloch nichts los ist. „Rehböcke im Liebestaumel“, verkünden die Niedersächsischen Landesforsten und mahnen zur Vorsicht im Straßenverkehr. Denn beim Durchfahren von Waldbereichen gelte derzeit vor allem eine Regel: „Dem ersten Reh folgt sicher noch ein Zweites!“

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